Die besten Basketballspielerinnen der Welt treffen im September in Berlin aufeinander

Die interessante WM

Gibt es noch sportliche Ereignisse, auf die wir uns so richtig freuen können? Ich finde schon. Mit Blick auf die Damen-Basketball-WM, die vom 4. bis 13. September in Berlin stattfinden wird, kommt Vorfreude auf: Über 100.000 Tickets sind bereits verkauft worden – auch, weil die Preise mit 20 Euro aufwärts nicht völlig überzogen sind. Das gesamte Turnier ist hochkarätig besetzt. Die besten Spielerinnen sind bisher unverletzt und haben ihre Teilnahme zugesagt. Und bereits in der Vorrunde treffen Top-Teams wie Australien und Belgien aufeinander – Platz 3 und Platz 5 auf der Rangliste des Weltbasketballverbands FIBA.

Die Gastgeberinnen haben zuletzt gute Leistungen gezeigt und sollten die Gruppenphase gut überstehen. Und auch wenn eine deutsche Platzierung unter den ersten drei eigentlich nicht zu erwarten ist – diese Spielerinnen haben bei den Olympischen Spielen 2024 gezeigt, dass sie für eine Überraschung gut sind. Gegen die Europameisterinnen aus Belgien zauberten die Deutschen in der Vorrunde ein 83:69 aufs Parkett.

Das Team kann bei dieser WM auf fünf Spielerinnen bauen, die derzeit in der US-Liga WNBA spielen: Nyara Sabally (Toronto Tempo) und Satou Sabally (New York Liberty) werden voraussichtlich ebenso dabei sein wie Leonie Fiebich (New York Liberty), Luisa Geiselsöder (Portland Fire) und Frieda Bühner (Portland Fire). Wie diese Spielerinnen den Weg aus deutschen Sporthallen bis in die beste Liga der Welt geschafft haben, bleibt ein Rätsel. Die Strukturen in den deutschen Basketballvereinen sind mit wenigen Ausnahmen eine Katastrophe, im Bereich Mädchen/Damen sind sie noch schlimmer. Das ist auch der Grund, warum es kaum deutsche Nationalspielerinnen gibt, die in der Damen-Basketball-Bundesliga spielen. Wer kann, geht nach Frankreich oder Spanien, wo die Vereine professionelle Strukturen haben. Wer es dort schafft, hat Chancen, sich für die WNBA zu empfehlen.

Die Favoritinnen auf den Titel kommen allerdings – wie sollte es anders sein – aus den USA. Das Team um A’ja Wilson, Breanna Stewart und Caitlin Clark wird als klarer Favorit auf den Titel nach Berlin reisen. Und dennoch: Im olympischen Finale 2024 gegen die französischen Gastgeberinnen hat sich gezeigt, dass der Abstand kleiner und die Konkurrenz größer geworden ist.

Die UZ-Favoritinnen kommen – wie sollte es anders sein – aus der Volksrepublik China. Xu Han (2,05 m), die derzeit an der Seite von Satou Sabally und Leonie Fiebich beim WNBA-Team New York Liberty unter Vertrag steht, ist eine von drei langen Centerinnen im chinesischen Team. Gemeinsam mit Li Yueru (2,01 m) und der gerade erst 19 Jahre alten Zhang Ziyu (2,20 m) wird sie ihren Gegnerinnen das Leben unter dem Korb sehr schwer machen. In der Gruppenphase treffen die Chinesinnen auf die USA, Tschechien und Italien – kein einfaches Los.

Sportlich wird die Basketball-WM nur dadurch getrübt, dass die Vorbereitungsphase wieder einmal extrem kurz ist. Die WNBA soll zwar für die Zeit der WM pausieren – allerdings erst ab dem 31. August. Spielerinnen wie Leonie Fiebich haben zudem bereits eine weitere Saison in den Knochen. Nachdem Fiebich Mitte Mai mit Valencia Basket spanische Meisterin geworden war, flog sie ohne Pause nach New York, um dort in die bereits angelaufene WNBA-Saison einzusteigen.

Fiebich ist kein Einzelfall. Warum sich die Spielerinnen diese Belastung – inklusive Verletzungsrisiko – während eines WM-Jahres antun, ist leicht verständlich: Sie sind Frauen im Profisport und als solche bekommen sie nur einen Bruchteil dessen, was ihre männlichen Kollegen verdienen. Dabei konnten die Spielerinnen im Tarifstreit mit der WNBA vor Saisonbeginn deutliche Verbesserungen durchsetzen. Die Jahresgehälter liegen laut Liga nun zwischen 270.000 und 1,4 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Die Top-Verdiener in der NBA erhalten über 50 Millionen US-Dollar pro Jahr.

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"Die interessante WM", UZ vom 12. Juni 2026



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