Von Terror und Gestrüpp

Eine Wucht

Kolumne oder so

RAF I.

„Terroristin versteckte sich: Daniela Klette wohnte ohne Mietvertrag in Kreuzberg“ (n-tv.de). Ohne MIETVERTRAG in KREUZBERG?! Ist ja unfassbar ungewöhnlich, geradezu fast einzigartig in Berlin. Quasi: Eine Wucht.

Ärzte.

6.00 Aufstehen. 7.15 Blutabnahme Termin. 7.30 fast im Wartezimmer entschlafen. 7.45 dranne kommen. 7.50 die Aussage, ich hätte noch weitere Untersuchungen. 8.15 obenrum entkleiden vor 20-jähriger Praktikantin. 8.30 auf die Waage, die etwas anzeigt, was nicht zu mir gehören kann. 8.50 Arztgespräch. 9.05 alles gesagt und alles gehört, was beim letzten Mal auch schon so war. 9.20 erster Kaffee des Tages. Toll.

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Taurus-Affäre.

Da labern vier hochrangige Spezialisten ganz frei von der Leber, wie man denn die todbringenden „Taurus“-Marschflugkörper am besten in der Ukraine einsetzen kann. Ein Skandal. Würde man denken. Der Skandal – so wird behauptet – ist aber dann, dass „der Russe“ das mitgehört hat. Denn: „Wir werden uns durch diesen Angriff aus Russland nicht auseinandertreiben lassen“ (Bundes„verteidigungs“minister Pistorius). Zuhören ist also schlimmer als tödliche Einsätze planen. Schöne, neue Welt. Nicht.

Körperlichkeit.

Die Umstellung von Fleisch mit bevorzugt weißer Sauce zu Salat mit Falafel erscheint mir leichter als erdacht. Wenn jemand meinem Magen-Darm-System das ganze Thema nochmal erklären würde, wäre mir auch untenrum wohler. Danke.

Kriegslogik.

„Schockierende Bilder: Immer mehr Kinder verhungern in Kliniken in Gaza“ (n-tv.de). „‚Auch wenn einzelne Handlungen der israelischen Streitkräfte als Kriegsverbrechen bezeichnet werden können, bedeuten diese nicht zugleich einen Völkermord‘, sagt Matthias Hartwig vom Max-Planck-Institut.“ (stern.de) Findet den Fehler.

Garten.

Die Außenhecke gehört geschnitten, nach so vier Jahren eine prima Idee. Nicht prima: Schwere Kettensäge, zwei bis drei cm lange Dornen aus der Hölle, Gesamthöhe des Gestrüpps mittlerweile locker sieben Meter. Der Gartenbro flucht, ich stöhne, beide bluten. Ergebnis: Der ganze Garten voller dicker, mittlerer und kleinster Äste. Was ein Mist. Immerhin, rein optisch: Eine Wucht.

RAF II.

„Der mutmaßliche Ex-RAF-Terrorist Burkhard Garweg hat nach ‚Spiegel‘-Informationen über längere Zeit für eine ältere Frau eingekauft. Die Polizei brach deren Wohnung auf.“ (Spiegel.de). Hat ’se jetzt davon, die olle Terrorunterstützerin.

Ungerade.

Die UZ wird diesmal an einem Sonntag gemacht, ich layoute zuhause und gönne mir am Mittag zwei Stunden Boulepause. Komme zum Platz, sechs Menschen spielen ein „Triplette“, also drei gegen drei, jede/r mit zwei Kugeln. Das ist bei den meisten weniger erwünscht als das klassische „Doublette“ (zwei gegen zwei mit jeweils drei Kugeln). Aber man kann spielen. Als Siebter, so wie ich jetzt, kann man gar nichts. Stehe dumm rum, gucke zu, rauche Kette. Ungerade ist irgendwie Ungnade.

Gute Ideen.

„Um zu vermeiden, dass Kaffee aus dem Becher schwappt, kann man rückwärtsgehen. Oder Wein trinken.“ (Spektrum.de) Habe hinge-mailt: „Oder mit Wein rückwärtsgehen.“ Keine Antwort bekommen. Schade.

PS:

Kauft mein schönes 2. Büchlein. Es kostet nur 6 Euro und man kann es toll auf dem Klo lesen. Oder in der Badewanne. Der ganze Knatter geht an den UZ-Shop, der wiederum die UZ unterstützt. Das ist doch quasi win-win. Oder auch: Eine Wucht!

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"Eine Wucht", UZ vom 15. März 2024



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