Biden lässt Corona-Ausbruch durch CIA untersuchen

Einer muss schuld sein

Die industrielle Entwicklung Chinas in den letzten 30 Jahren ist nur vergleichbar mit der Industrialisierung Westeuropas in den letzten beiden Jahrhunderten – allerdings mit dem Unterschied, dass daran in der Volksrepublik gerade mal zwei Generationen teilnahmen. Der Kommunistischen Partei Chinas gelang die massenhafte Überwindung der Armut ebenso wie die Alphabetisierung der gesamten Bevölkerung in einer historisch einmalig kurzen Zeit. Das alles hat China in der sogenannten Dritten Welt, aber auch in vielen Staaten der westlichen Welt längst attraktiv gemacht. Hierzulande indes leistet man es sich, diese Erfolge zu ignorieren oder wenigstens nicht zu kommentieren und dort, wo sie unbestreitbar sind, die Keule der angeblichen „Menschenrechtsverletzungen“ herauszuholen und der Bevölkerung das Märchen von einem rechtlosen Volk aufzutischen.

Nun aber will US-Präsident Joseph Biden ausgerechnet durch die CIA den Ausbruch der Pandemie und den Umgang mit ihr durch die chinesischen Behörden „untersuchen“ lassen. Eine Organisation, auf deren Konto nachweislich zahllose politische Morde gehen und die durch Falschinformationen selbst Kriege zu verantworten hat, soll chinesische Verhältnisse „unabhängig“ untersuchen.

Als ich meiner ehemaligen Mitarbeiterin Can Cui, die ihren „Master“ am Frankfurter Institut für Sozialforschung mit Auszeichnung in Politikwissenschaften abgelegt hat und jetzt bei VW China arbeitet, von der Kritik in den deutschen Medien an der „Unfähigkeit“ Chinas, die Corona-Pandemie zu bekämpfen, erzählte, konterte sie dies nur mit einem Satz: „Die spinnen doch komplett!“ Sie berichtete, dass die Mitglieder und Kader der Kommunistischen Partei im ganzen Land sich als Freiwillige im Kampf gegen die Auswirkungen der Pandemie bewährt hätten. Diese Einsätze würden von der Bevölkerung ausnahmslos begrüßt und die Zustimmung der Menschen zur Politik der Partei gerade in dieser Frage sei einhellig.

Ausgebrochen war die Pandemie in der Millionenmetropole Wuhan. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (schließlich war es eine total neue Art der Pandemie) griffen die Behörden mit Unterstützung der Parteiorganisation massiv zum Schutze der Bevölkerung ein. Ausnahmslos wurden Infizierte isoliert. Eine ganze Stadt wurde abgeriegelt, die Einwohner durften ihre Häuser nicht verlassen. Freiwillige und Militär versorgten vor allem ältere Menschen mit dem Notwendigsten. Betriebe wurden entweder geschlossen oder aber rigoros kontrolliert – und zwar auch private Betriebe. Das zögerliche Hin und Her bei der „Bekämpfung“ der Pandemie in Deutschland gab es in der Volksrepublik nicht. Dieser konsequenten Durchsetzung aller Hygieneregeln war es zu verdanken, dass China schon nach relativ kurzer Zeit zu normalen, vor dem Ausbruch der Pandemie bestehenden Zuständen zurückkehren konnte. Allerdings wurden die Anordnungen auch von der Bevölkerung befolgt – Maskenverweigerer und Provokateure wie in Deutschland gab und gibt es nicht. Die Menschen standen unter der Anleitung der Kommunistischen Partei solidarisch zusammen.

Man kann das von Hongkong aus „bestreiten“, wenn man als „Korrespondent“ gar nicht in China lebt. Nicht bestreiten konnte man angesichts der Bilder allerdings die Tatsache, dass dort innerhalb weniger Tage ein ganzes Krankenhaus aus dem Boden gestampft wurde, während in Deutschland Kliniken zur selben Zeit aus „Kostengründen“ schließen mussten.

Man mag China kritisieren wegen verschiedenster Mängel, aber man kann unmöglich ausgerechnet den Umgang der Volksrepublik mit Corona glaubhaft beanstanden. Die Weltgesundheitsorganisation hat unter anderem in Wuhan die Ursachen des Ausbruchs der Pandemie untersuchen können – sie hat der chinesischen Regierung ein deutlich positives Zeugnis ausgestellt.

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"Einer muss schuld sein", UZ vom 4. Juni 2021



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