Eingepfercht für Billigfleisch

Nachdem bei Hundertern Arbeitern in deutschen Schlachthöfen eine Covid-19-Infektion festgestellt wurde, protestierten diplomatische Vertretungen aus den Herkunftsländern der Beschäftigten gegen die Arbeitsbedingungen. Die Arbeiter stammen in vielen Fällen aus Ost- und Südosteuropa und werden in Deutschland zu Niedrigstlöhnen beschäftigt. Das Virus konnte sich unter ihnen ausbreiten, so wird vermutet, weil sie unter desaströsen Bedingungen untergebracht sind. Wie das Nachrichtenportal „german-foreign-policy.com“ unter Berufung auf das Robert-Koch-Instituts berichtet, sei auch eine „auffällige Häufung“ von Tuberkulosefällen unter rumänischen Schlachthof-Beschäftigten im Jahr 2018 auf die Zustände in den Massenunterkünften der Beschäftigten zurückzuführen.

Die Lage ost- und südosteuropäischer Arbeiter in der Bundesrepublik resultiere daraus, dass das „krasse Wohlstandsgefälle in der EU den Bürgern peripherer Staaten oft kaum eine andere Wahl lässt, als ihren Lohn im wohlhabenden Zentrum der Union zu verdienen; dafür müssen sie niedrigste Löhne sowie miserable Wohn- und Arbeitsverhältnisse in Kauf nehmen“, so „german-foreign-policy.com“. Die deutsche Fleischindustrie sei so in der Lage, billig zu exportieren und sich eine führende Weltmarktposition zu sichern.

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"Eingepfercht für Billigfleisch", UZ vom 15. Mai 2020



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