Streit um Wegeschilder für Widerstandskämpfer in Bremen-Blumenthal

Erstmal „formal korrekt“ entfernen

Von lmö

DKP Bremen: Hände weg von den Schildern!

Antifaschistische Widerstandskämpfer Leo Drabent und Hans Neumann müssen endlich geehrt werden!

Bereits zu Zeiten der Weimarer Republik kämpften Leo Drabent und Hans Neumann als Antifaschisten und Kommunisten gegen die heraufziehende faschistische Gefahr. Dafür wurden sie nach der Machtübertragung an das NS-Regime verhaftet, im Zuchthaus und Konzentrationslager gefoltert und schließlich vom 2. Senat des Volksgerichthofs zum Tode verurteilt. Am 20. November 1944 wurden die beiden Freunde und Genossen auf dem Schafott hingerichtet.

Obwohl die beiden Antifaschisten durch ihren Widerstandskampf und ihre Opferbereitschaft beispielhaft für ein anderes, besseres Deutschland standen und Vorbilder für die nachfolgenden Generationen sein könnten, wird ihrer von offizieller Seite bis heute nicht gedacht.

Seit Juni 2012 bemüht sich eine Gruppe um unseren Genossen Gerd-Rolf Rosenberger darum, Straßen oder Wege nach den beiden ermordeten Kommunisten zu benennen. (…)

Doch anstatt das Engagement der eigenen Bürger zu würdigen, sich für die eigenen Versäumnisse zu entschuldigen und endlich der kommunistischen Widerstandskämpfer zu gedenken, fordert der Blumenthaler Ortsamtsleiter Gerd-Rolf Rosenberger auf, die Wegeschilder wieder zu entfernen oder die Kosten für die Entfernung zu tragen. Dies ist ein himmelschreiender Skandal, der durch die Tatsache, dass im Blumenthaler Beirat beschlossen wurde, den Platz vor dem Wasserturm nach dem NSDAP-Mitglied Michael Fischer zu benennen, noch verstärkt wird!

Die DKP Bremen bekundet daher ihre Solidarität mit ihrem Mitglied Gerd-Rolf Rosenberger sowie allen Initiatoren und Unterstützern.

Hände weg von den Schildern! Würdigt Leo Drabent und Hans Neumann!

Nachdem der Ortsbeirat Blumenthal eine nachträgliche Genehmigung der für die Kommunisten und Widerstandskämpfer Leo Drabent und Hans Neumann aufgestellten Wegeschilder abgelehnt hat (siehe UZ vom 16.2.), stellte Ortsamtsleiter Peter Nowack ein weiteres Ultimatum: Bis vergangenen Freitag hätten demnach die von Gerd-Rolf Rosenberger und seinen Mitstreitern aufgestellten Wegeschilder abgebaut werden müssten, ansonsten stelle man ihm die Kosten für die Demontage in Rechnung. Wie angekündigt beugte sich Rosenberger nicht – im Gegenteil. Blumenthaler Bürger, Freunde der Initiative und DKP-Genossen kamen zu einer Kundgebung zusammen und machten klar, dass sie die Schilder nicht abnehmen werden.

Nach Berichten des „Weser-Report“ glaubt auch Dieter Schulze, SPD-Mitglied und Seniorenvertreter im Ortsbeirat, nicht, dass die Schilder einfach abgebaut werden. „Die Schilder gehören Blumenthaler Bürgern und sind Volksvermögen“ wird er zitiert. Berichtet wird zudem, dass SPD und Grüne auf der nächsten Beiratssitzung einen gemeinsamen Antrag stellen wollen, um die Wegebenennung der Schilder „formal korrekt“ durchführen zu können. Für diese „formal korrekte“ Vorgehensweise wären die Schilder erst zu entfernen, um sie anschließend wieder anzubringen.

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"Erstmal „formal korrekt“ entfernen", UZ vom 23. Februar 2018



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