ver.di-Vertrauensmann Christopher T. behält seine Arbeit bei DHL Leipzig

Monopolist verliert vor Gericht

Nach knapp elf Monaten juristischer Auseinandersetzung ist klar: Christopher T. behält seinen Job bei DHL auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Der ver.di-Vertrauensmann war kurz nach seiner Teilnahme am „March to Airport“ am 23. August 2025 von seiner Arbeit freigestellt worden. Wenige Wochen später sprach DHL die Kündigung aus.

Auf jener Demonstration im August vergangenen Jahres hatte Christopher T. in einem Redebeitrag den Transport von Militärmaterial durch DHL via Leipzig/Halle angeprangert. „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass DHL zu der Einsicht gelangt, dass diese Lieferungen verwerflich sind, denn für die ist das ein Riesengeschäft. Wir müssen auf unsere eigene Kraft vertrauen“, hatte der Gewerkschafter gesagt. „Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter. Kein Transport für Völkermord!“ T. kritisierte, DHL mache sich zum Erfüllungsgehilfen für den Völkermord in Gaza, indem das Unternehmen Waffen nach Israel liefere.

Das ist, anders als von DHL behauptet, kein Geheimnis. Schon 2022 wurde publik, dass vom Flughafen Leipzig/Halle aus Waffen an die Ukraine geliefert werden. Offiziell gilt der Flughafen als „zivil“.

Christopher T. wehrte sich juristisch gegen seine Kündigung. Ein Gütetermin am 9. Dezember 2025 endete ergebnislos, weil DHL an der Kündigung festhielt. Die Hauptverhandlung fand schließlich am 8. Juli statt. Der Gewerkschafter gewann. Das Gericht erklärte alle drei gegen T. ausgesprochenen Kündigungen für nichtig. Nach der ersten, ordentlichen Kündigung hatte DHL eine fristlose Kündigung ausgesprochen, und dann noch beantragt, den Arbeitsvertrag mit T. aufzulösen.

Der Sieg von Christopher T. zeigt: Kämpfe gegen einen Konzern können auf dem Boden der bürgerlichen Justiz gewonnen werden, wenn Betroffene nicht allein gelassen werden. Unterstützer organisierten zu jedem Gerichtstermin von T. eine Kundgebung. Immer saßen Unterstützer im Gerichtssaal, teilweise dutzende. Etwa 1.500 Gewerkschafter und Betriebsräte unterzeichneten eine Petition für T. Ein ganzes Netzwerk aus Organisationen und Bündnissen stellte sich hinter Christopher T.

Die Kündigung von T. kann auch als Teil einer umfassenden Arbeitsplatzvernichtungsstrategie des Konzerns gelesen werden. Im vergangenen Jahr entließ DHL knapp 1.000 seiner 7.000 Beschäftigten am Flughafen Leipzig/Halle. Betroffen waren vor allem Leiharbeiter und Mitglieder des Vertrauensleutekörpers.

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