Nach dem Klatschen nun die Klatsche

Unter dem Motto „Nach dem Klatschen nun die Klatsche“ demonstrierte am 26. März das Pflegebündnis Recklinghausen gegen die Caritas, weil diese einen bundesweiten Tarifvertrag in der Altenpflege blockiert (siehe UZ vom 12. März). Die Auftaktkundgebung fand vor Beginn eines Gottesdienstes in der Recklinghäuser Pauluskirche statt, die Kirchgänger wurden mit Flugblättern über das scheinheilige und unsolidarische Verhalten der Caritas informiert.

Mit einem bundesweiten Tarifvertrag wären die Mindestentgelte in der Pflege bis Mitte 2023 um rund 25 Prozent gestiegen. Dies wäre vor allem den Beschäftigten privater Pflegeeinrichtungen zugute gekommen. Dazu hätte es allerdings einer Zustimmung der kirchlichen Träger bedurft, die die Caritas verweigerte. Die Diakonie stellte sich in den Windschatten der Caritas und enthielt sich einer Stellungnahme. Das Ergebnis: Es bleibt bei Dumpinglöhnen – vor allem bei den Privaten. Im Faktencheck zur ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ vom 16. März ist nachzulesen: „Bislang verdient man in der Altenpflege trotz Personalnotstandes weit unter dem Durchschnitt. (…) Ein Fünftel der Fachkräfte in der ambulanten Pflege verdient in Vollzeit sogar weniger als 2.000 Euro brutto.“

Im Rahmen der Auftaktkundgebung des Pflegebündnisses Recklinghausen wurden an der Kirche Thesen angebracht. Die erste lautet: „Du sollst keine Dumpinglöhne ermöglichen.“ Die Demonstration führte zur lokalen Geschäftsstelle der Caritas, auch dort brachten Demonstranten die Thesen des Pflegebündnisses an.

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"Nach dem Klatschen nun die Klatsche", UZ vom 2. April 2021



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