Nach dem Tod eines Einwanderers aus Marokko bei einem gewaltsamen Einsatz der italienischen Polizei haben die Behörden Aufklärung versprochen. Aus dem Innenministerium in Rom hieß es, man werde „völlige Transparenz“ walten lassen. Der 42 Jahre alte Mann war am Sonntag in Bologna von zwei Polizeibeamten mit Handschellen gefesselt und auf den Boden gedrückt worden. Obwohl er mehrfach um Hilfe rief, ließen die Beamten nicht von ihm ab. Dann starb er.
Die Szene ist auf einem mehr als fünf Minuten langen Video dokumentiert. Darauf ist zu hören, wie der Mann, der vorher gegen einen Streifenwagen geschlagen haben soll, am Boden ruft: „Aiuto. Basta, basta!“ („Hilfe! Genug, genug!“) Trotzdem lassen die Polizisten in Uniform nicht von ihm ab. Ein dritter Mann, der Zivil trägt, hält ihn an den Knöcheln fest. Zu sehen sind auch zwei Rettungssanitäter, die jedoch nicht eingreifen. Nach mehreren Minuten bewegt sich der Mann nicht mehr.
Aus dem Lager der Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurden die Beamten verteidigt. In einer Erklärung der Regierungspartei Lega hieß es, sie hätten „ihre Dienstpflicht getan“. Die Leiche des Mannes, der seit mehr als 30 Jahren in Italien lebte, soll nun obduziert werden. Zudem sei die Körperkamera eines der beteiligten Beamten der Staatsanwaltschaft übergeben worden, hieß es. Über disziplinarrechtliche Maßnahmen wurde zunächst nichts bekannt.








