Polizeiübergriffe

Mehrere Tausend Menschen haben am vergangenen Sonnabend in Dresden gegen einen Aufmarsch von Faschisten demonstriert, die einmal mehr versuchten, die Bombardierung der Stadt durch die Alliierten 1945 für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Der „Mythos Dresden“ blüht alljährlich wieder auf: Kameradschaften, NPD und AfD zeigen Präsenz, auch andere extrem rechte Gruppierungen marschieren, auch CDU und FDP wollen die Dres­dner Toten vom 13. Februar 1945 wieder mehr in den Mittelpunkt rücken: Vertreter der beiden Parteien planen eine Verlesung der Namen von Getöteten, ohne zwischen NS-Opfern und NS-Tätern zu unterscheiden. Augenzeugenberichten zufolge soll die Polizei im Bereich des Postplatzes aggressiv mit Einsatzfahrzeugen auf Teilnehmende einer Demonstration des antifaschistischen Bündnisses „Leipzig nimmt Platz“ zugefahren sein, wohl um sie zu stoppen. Bei der Abschlusskundgebung des Bündnisses sowie bei spontanen Versammlungen an der Südseite des Dresdner Hauptbahnhofes sollen zudem immer wieder Einzelpersonen ohne Vorwarnung aus der Versammlung herausgezogen und festgesetzt worden sein.

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"Polizeiübergriffe", UZ vom 21. Februar 2020



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