Torgau: Kriegsgegner forderten am „Tag der Begegnung“ Frieden mit Russland und China

Signal für den Frieden

Herbert Münchow, Wera Richter

Mehr als 250 Friedensaktivistinnen und -aktivisten folgten dem Aufruf von DKP, GRH, der Freidenker und anderer Organisationen am vergangenen Samstag nach Torgau. 76. Jahre nach der Begegnung von Soldaten der Roten Armee und der US-Army am 25. April 1945 an der Elbe und ihres „Schwures von Torgau“, für eine Welt des Friedens zu kämpfen, setzten sie ein starkes Signal. Gemeinsam forderten sie: Raus aus der Nato! Frieden mit Russland und China!

Die Veranstaltung musste gegen „ordnungsrechtliche Bedenken“ durchgesetzt werden. Die traditionelle Demonstration wurde wegen der Pandemie verboten. Die Organisatoren, vor allem Elke und Gerd Brucks von der DKP Torgau, ließen sich durch diese Provokation nicht beirren und meldeten stattdessen vier zeitlich aufeinanderfolgende Kundgebungen an. Auf dem Weg von einer Kundgebung zur anderen konnten sich alle Beteiligten an den weithin sichtbaren roten Fahnen orientieren.

Männe Grüß, Vorsitzender der DKP Brandenburg, kritisierte bei der Auftaktkundgebung die Einschränkungen des Versammlungsrechtes – in Torgau und darüber hinaus. Die „Corona-Demagogie“ sei Bestandteil der forcierten Kriegsvorbereitung, der Mobilmachung gegen Russland und China. „Umkehr tut Not: Stopp Defender 2021“, so Grüß. Diese Aufforderung wurde auf allen der vier Kundgebungen laut und fand sich auf vielen der Transparente und Schilder wieder. Mit Bezug auf die Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen bemerkte Grüß: „Wer Baerbock wählt, wählt Grün. Wer Grün wählt, wählt Krieg.”

Zur Rolle des deutschen Imperialismus bei der Zerschlagung des Sozialismus sowie der Kriegsvorbereitung im Rahmen von NATO und EU sprach Renate Koppe, Internationale Sekretärin der DKP. Der Kriegshetze gegen Russland und China müsse mit dem energischen Kampf gegen Krieg und Faschismus, für eine sozialistische Gesellschaft begegnet werden. Der Bundestagsabgeordnete Alexander Neu (Die Linke) zeigte sich in seiner Ansprache optimistisch, dass seine Partei auf friedenspolitischem Kurs bleibe. Die Bedrohungslüge sei nicht zu trennen von der Verfälschung der Geschichte. Das habe er als BRD-Bürger bereits in seiner Schulzeit erlebt. Liane Kilinc vom Verein „Die Friedensbrücke“ prägte den Satz: „Wir befinden uns im Frieden, aber vor einem Krieg”. Anja Mewes von der Berliner Friedensglockengesellschaft wies jegliche Rechtfertigung eines Einsatzes deutscher Truppen an Russlands Grenze zurück. Der Linksparteipolitiker Wolfgang Gehrcke legte allen Linken ans Herz, sich nicht einschüchtern zu lassen. Von seiner Partei erwarte er, keiner Erhöhung des Rüstungsetats zustimmen und den Austritt aus der NATO zu fordern.

Am Thälmanndenkmal wurden im Rahmen einer Gedenkminute Blumen niedergelegt. Ernesto Schwarz, der alle Kundgebungen musikalisch begleitete, sang dazu antifaschistische Lieder. Das Denkmal am Elbufer mit der Aufschrift „Dank dem Sowjetvolk“ schmückten am Ende des Tages 28 Blumenschalen der beteiligten Organisationen. Die Veranstaltung endete am Brückenkopf mit dem gemeinsamen Gesang des Solidaritätsliedes von Bertolt Brecht und Hanns Eisler. Die Glut über die Zeit retten, die junge Generation mobilisieren – das war der Abschlussgedanke. Zahlreiche rote Fahnen der SDAJ und junge Demonstranten zeugten davon, dass das in Torgau gut geklappt hatte.

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Siehe auch:

Rede von Alexander Neu (MdB, Partei „Die Linke“)

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"Signal für den Frieden", UZ vom 30. April 2021



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