USA setzen Angriffe auf Iran aus, Häfen und Straße von Hormus bleiben blockiert

Und kein Ende in Sicht …

Seit dem Wochenende haben die USA ihre Luftangriffe auf den Iran ausgesetzt. Liegt es an einem Mangel an Munition und soll es ein Angebot an den Iran sein, Verhandlungen wieder aufzunehmen? Oder ist es nur die Ruhe vor einem weiteren Sturm? Die Schifffahrt wird jedenfalls weiterhin unterbunden. Die USA blockieren iranische Häfen, der Iran blockiert die Straße von Hormus. Und mit den Angriffen Saudi-Arabiens auf Ziele im Jemen und der Bombardierung saudischer Ölanlagen durch die Ansar Allah wurde der Krieg ausgeweitet: Kein Schiff mit saudischem Öl darf das Bab el-Mandeb am südlichen Ausgang des Roten Meeres passieren. Das ist die Reaktion der Ansar Allah auf Jahre umfassender Sanktionen gegen den Jemen.

Für die Staaten der Region und für den weltweiten Handel ist die Blockade der Seewege ein GAU. In Zukunft soll deshalb ein Bauboom eine derartige Situation ausschließen. Milliarden US-Dollar sollen eingesetzt werden, um Pipelines zu bauen, die die Engstellen umgehen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen eine zweite Pipeline zum Hafen von Fudschaira bauen. DP World, ein multinationales Logistikunternehmen mit Sitz in Dubai, wird den Hafen ausbauen. Und der Irak plant die Wiederherstellung einer Pipeline von den nördlichen Ölfeldern zur syrischen Küste, im Juli wurde ein entsprechender Vertrag unterzeichnet.

Die Transportminister Saudi-Arabiens und der Türkei haben ein Memorandum unterzeichnet. Sie wollen eine verfallene osmanische Bahnstrecke, die über Jordanien und Syrien führt, wiederherstellen und ihre Länder damit verbinden. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate streben eine Route von Syrien über den Irak in die VAE an.

Auf der Strecke bleibt dabei ein geplantes Projekt der G7, das ein Gegengewicht gegen Chinas Neuer Seidenstraße hätte werden sollen. Der „India-Middle East-Europe Economic Corridor” war vorgesehen als eine Infrastrukturverbindung von Indien nach Europa über die VAE, Israel und Griechenland. Es sollte den Handel zwischen Indien, dem Nahen Osten und den EU-Staaten um 40 Prozent beschleunigen.

Die nun der Region geplanten Transportrouten führen an Israel vorbei. Seit der Bombardierung israelischer Häfen im Krieg ist die Situation zu ungewiss, zudem würde ihre Kapazität nicht ausreichen. Doch auch die geplanten Routen geben keine langfristige Sicherheit. Ölanlagen können bombardiert werden und Länder wie Jordanien und Syrien zeichnen sich nicht durch Stabilität aus.

So bleibt nur eine grundsätzliche politische Lösung. Die chinesische Regierung, die wie die anderen Staaten Asiens ein Inte­resse am ungehinderten Fluss der Ressourcen hat, formulierte schon im April vier Punkte als Eckpfeiler für eine politische Lösung. Deren wichtigster scheint die Einhaltung des Völkerrechts gemäß der UN-Charta. Das Außenministertreffen des Verbandes Südostasiatischer Nationen (ASEAN) und Chinas vom 22. Juli begrüßte die vier Punkte Chinas und unterstrich ebenfalls die Bedeutung der UN-Charta.

Der Iran schließt weitere Verhandlungen nicht aus. Für den Jemen fordern iranische Politiker eine politische Lösung, der Iran werde alle konstruktiven Schritte dahin unterstützen. Die Regierung in Teheran führt auch Gespräche mit den Regierungen in der Region und betont die freundschaftliche Verbundenheit. In Gesprächen mit Oman geht es um die Zukunft der Straße von Hormus und die gemeinsame Kontrolle darüber. Der Versuch der USA, den Oman auf ihre Seite zu ziehen, scheint vorerst gescheitert zu sein. Die Präsidenten Chinas und Brasiliens warnen vor den wirtschaftlichen Folgen der Blockaden. Ein Ende der Blockaden ist aber bisher nicht abzusehen.

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"Und kein Ende in Sicht …", UZ vom 31. Juli 2026



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