Unsere Kandidatinnen und Kandidaten auf der Landesliste der DKP in Nordrhein-Westfalen

Von A bis Z

Anke Mann

Die DKP in NRW tritt mit zwanzig Kandidatinnen und Kandidaten und einigen Direktkandidatinnen und -kandidaten zur Bundestagswahl am 26. September an. Auf dieser Seite stellen wir die vier Spitzenkandidaten vor und werfen einen Blick auf die Landesliste – von A bis Z.

Arbeiterklasse – wir sind ein Teil von ihr. Wir kämpfen für eine Verbesserung unserer Lebensbedingungen, eine Umverteilung von oben nach unten. Wohl wissend, dass dies lediglich Reformen in diesem kapitalistischen System sein können. Einige unserer Kandidatinnen und Kandidaten sind aktiv im Betrieb, sind Betriebs- und Personalräte und mischen sich ein gegen Lohndumping, Tarifflucht, prekäre Arbeitsverhältnisse und Entlassungen. Im Betrieb stehen sie Hand in Hand mit ihren Kolleginnen und Kollegen bei Tarifauseinandersetzungen und Streiks.

Antifaschismus – aktiv gegen alte und neue Nazis sind alle unsere Kandidatinnen und Kandidaten in den lokalen Bündnissen und bei der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist*innen). Silvia Rölle, Listenplatz 7, ist eine der Sprecherinnen der VVN-BdA in NRW.

Bildung – ist ein Menschenrecht. Nicht nur unsere jungen Kandidatinnen und Kandidaten setzen sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche mehr Bildung bekommen in gut ausgestatteten Schulen und mit mehr und gut ausgebildetem Lehrpersonal. Unser Kandidat Georg Alexander Fotiadis, Listenplatz 12, tut dies auch als Lehrer. Statt für Panzer und Bomber muss für Bildung Geld da sein.

Demokratische Rechte – sollen noch mehr eingeschränkt werden, wenn es nach der NRW-Landesregierung geht. Die DKP in NRW ist Teil des Bündnisses gegen die Verschärfung des Versammlungsgesetzes NRW und unsere Kandidatinnen und Kandidaten arbeiten vor Ort in den lokalen Bündnissen.

Frauen – unsere zehn Kandidatinnen auf der quotierten (!) Landesliste sind aktiv für Frauenrechte, zum Beispiel Marion Köster, Listenplatz 5, und Angelika Lommes, Listenplatz 19, in ihren DGB-Gewerkschaften. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist dabei immer noch eine wichtige Forderung. Frauen werden benachteiligt, dies wurde in der Pandemie noch deutlicher. Teilzeitjobs, 450-Euro-Jobs, unterbezahlt bedeuten geringere Einzahlung in die Rentenkasse, Altersarmut ist bei vielen Frauen dadurch programmiert.

Frieden – Dieses Thema sucht man sich nicht aus. Friedenspolitisch aktiv zu sein ist notwendig angesichts der Aufrüstung sogar von den in diesem Land lagernden Atombomben und der aktuell geschürten Kriegsstimmung gegen Russland und China. Die Kriegsgefahr wächst. Unsere Kandidatinnen und Kandidaten sind aktiv in den verschiedensten Friedensbündnissen, bei den Ostermärschen, Antikriegsveranstaltungen und lokalen Aktionen.

Gewerkschaft – IG Metall, ver.di, NGG, GEW, dort sind unsere Kandidatinnen und Kandidaten aktiv und haben Funktionen auf verschiedenen Ebenen. Sie alle sind bekannt dafür, nicht um Pöstchen zu streiten, sondern für eine aktive und offensive Gewerkschaftspolitik. Viele, so wie unsere Spitzenkandidatin Heike Warschun, sind seit ihrer Jugend aktiv in der Gewerkschaft.

Gesundheit – darf keine Ware sein. Unsere Kandidatinnen und Kandidaten sind, so wie Dave Vargese, Listenplatz 2, aktiv für die „Volksinitiative für gesunde Krankenhäuser – für alle“. Nicht nur die ver.di-Mitglieder setzen sich ein für die Abschaffung der Fallpauschalen (DRGs) und für eine gesetzliche Personalbemessung in den Krankenhäusern. Krankenhäuser müssen in öffentliche Hand, unsere Gesundheit darf nicht der Profitgier ausgesetzt sein.

Kommune – Unsere Kandidatinnen und Kandidaten sind vor Ort aktiv, dort, wo sie wohnen und leben, sind engagiert zum Beispiel für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr, für Kultur, die sich alle leisten können, für Jugendzentren. Viele haben bereits bei Kommunalwahlen kandidiert. Jörg Wingold, Listenplatz 18, ist Vertreter der DKP im Rat der Stadt Bottrop.

SDAJ – Unsere drei jüngsten Kandidatinnen und Kandidaten, Marius Dornemann, Leo Eilakopoulos und Thurid Priggert, sind aktiv in der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend, einem selbstständigen und unabhängigen Jugendverband. Die SDAJ ist ganz bewusst an der Seite der DKP, sagt aber auch, dass jede Generation ihre eigenen Erfahrungen mit dem Kapitalismus machen und Widerstand entwickeln muss. Als Arbeiterjugend wirkt die SDAJ vor allem an Schulen und Betrieben.

Wohnen – ist ein Menschenrecht. Wir sind aktiv in Mieterbewegungen, für den Bau von Sozialwohnungen und gegen horrende Mieten. Unsere Kandidatin Siw Mammitzsch, Listenplatz 3, ist doppelt engagiert in dieser Frage, beruflich und in ihrer Freizeit in und mit der DKP.

Zwanzig – Kommunistinnen und Kommunisten zwischen 28 und 68 Jahren vertreten die DKP in NRW. Wir haben keine Illusionen über einen Einzug in den Bundestag. Wir kandidieren mit der festen Überzeugung, dass uns Parlamentarismus nicht weiterhilft. Wir wollen Menschen dazu bewegen, selbst für ihre Rechte einzutreten. Wir sind aktiv auf der Straße und in zahlreichen Bündnissen und Bewegungen, zum Beispiel in der Flüchtlingshilfe wie Sigrid Czyrt, Listenplatz 17.


Heike Warschun, Aachen, 53 Jahre, Universalschleiferin und Altenpflegerin

„Ich arbeite seit 13 Jahren in der Eingliederungshilfe, seit 2012 bin ich freigestellte Betriebsratsvorsitzende. Mit der Gewerkschaftsarbeit habe ich mit 16 Jahren angefangen. Ich habe einen Trainerschein für Judo und einige Jahre mit Kindern trainiert. Ich bin eine Frau der Tat. Ich möchte gemeinsam mit allen kämpfen: die in der Corona-Pandemie gekündigt wurden, in Kurzarbeit geschickt wurden und viel Geld verloren haben, mit den Kolleginnen und Kollegen, die völlig unterbezahlt sind.
Aktionäre kassieren fette Renditen, die Konzerne zahlen kaum Steuern, dagegen bin ich aktiv. Für die Altenpflege und die Eingliederungshilfe braucht es einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag mit guten Löhnen und Arbeitszeiten.“



Dave Varghese, Dortmund, 43 Jahre, Sozialarbeiter, viele Jahre in der ambulanten Hilfen für psychische erkrankte Menschen

„Die Corona-Pandemie hat die Missstände im Gesundheitswesen schonungslos aufgedeckt und lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Das Gesundheitswesen gehört in öffentliche Hand. Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne in der Pflege und medizinischen Berufen. Dazu gehört zuerst die Einführung einer gesetzlich verbindlichen Personalbemessung.
Ein finanziell gut ausgestattetes Gesundheitswesen, das allen Menschen umfassende Möglichkeiten zur Behandlung bietet und ein Recht auf auskömmlich bezahlte Arbeit, und materielle Absicherung bei Krankheit müssen das Ziel sein.
Ich bin aktiv in der Volksinitiative ‚Gesunde Krankenhäuser NRW – für Alle‘“



Siw Mammitzsch, Essen, 44 Jahre, Sozialwissenschaftlerin, seit 2010 beschäftigt bei der Mietergemeinschaft Essen e.V., Direktkandidatin in Essen (Wahlkreis 121)

„Nicht nur bei meiner Arbeit setze ich mich für bezahlbaren Wohnraum und mehr Sozialwohnungen ein. Die Mieten steigen und steigen und wir haben immer weniger Geld zur Verfügung. Das macht mich wütend. Privatisierungen und die systematische Vernachlässigung des sozialen Wohnungsbaus macht menschenwürdiges Wohnen für immer mehr Menschen unbezahlbar. Kapitalistisch wirtschaftende Wohnungsbaukonzerne beherrschen den Markt und vor allem diktieren sie die Höhe der Miete. Schneller Profit geht ihnen über alles. Selbst noch bestehende kommunale Wohnungsbaugesellschaften orientieren sich nicht an unserem Bedarf, sondern am möglichen Profit. Neubauten sind meistens teuer.

Wohnen ist ein Menschenrecht!“



Marius Dornemann, Düsseldorf, 29, Jahre, Integrationshelfer an einer Förderschule, Vorsitzender der SDAJ im Rheinland

„Ich erlebe täglich, wie wichtig Bildung für Kinder und Jugendliche ist. Das Bildungssystem und die dazugehörige Infrastruktur sind marode. Gute Bildung bekommt nur eine kleine Elite aus reichen Familien. Überfüllte Klassen, kaputte Gebäude, fehlende Technik, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, die am Anschlag arbeiten und unter diesen Bedingungen nicht allen Kindern gerecht werden können.

Viele Parteien und Kandidaten tun sehr betroffen angesichts der Situation. Was kaum einer sagt: Um das zu lösen, muss Geld ausgegeben werden!

Ich sage: Statt neue Atombomber zu kaufen muss das Geld für Bildung ausgegeben werden!“


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"Von A bis Z", UZ vom 20. August 2021



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