Wichtigster Prozess in mehr als 40 Jahren

Auf Wohnungslose in den USA kommen schwere Zeiten zu. Am vergangen Freitag sprach der Supreme Court das Urteil in einem Verfahren, das von Obdachlosenorganisationen als der „wichtigste Prozess in mehr als 40 Jahren“ bezeichnet worden war. Es ging um eine Klage gegen die Stadt Grants Pass (Oregon). Die Gemeinde hatte Obdachlosen das Übernachten im Freien verboten und dafür die Nutzung von Hilfsmitteln wie Kissen, Decken oder Pappkartons untersagt. Bei Verstößen drohten deftige Geld- und sogar Gefängnisstrafen. Hilfsorganisationen empfanden das als „grausame und ungewöhnliche Bestrafung“ und damit als Verstoß gegen den achten Zusatzartikel der US-Verfassung. Der oberste Gerichtshof verwarf diese Bedenken jedoch mit 6 zu 3 Stimmen. Das Urteil ermöglicht es Städten in den gesamten USA, ähnliche Übernachtungsverbote zu erlassen. „Das sind unsere Nachbarn. Es gibt keinen Grund, sie zu entmenschlichen“, erklärte Ruth Dailey von der gemeinnützigen Organisation MINT. Ganz anders sah das Ginny Stegemiller, die drei Anwesen in der Nähe des Riverside Parks in Grants Pass besitzt: „Natürlich, ich denke, sie haben die richtige Entscheidung getroffen“, sagte sie dem Sender OPB.

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Kritischer Journalismus braucht allerdings Unterstützung, um dauerhaft existieren zu können. Daher freuen wir uns, wenn Sie sich für ein Abonnement der UZ (als gedruckte Wochenzeitung und/oder in digitaler Vollversion) entscheiden. Sie können die UZ vorher 6 Wochen lang kostenlos und unverbindlich testen.

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"Wichtigster Prozess in mehr als 40 Jahren", UZ vom 5. Juli 2024



    Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Baum.



    UZ Probe-Abo [6 Wochen Gratis]
    Unsere Zeit