In der letzten Ausgabe von UZ haben wir auf dieser Seite behauptet, die 12-Uhr-Tankstellenregel nutze nur den Profiten der Konzerne. Wir müssen uns korrigieren: In der Nacht von Montag auf Dienstag sorgte das gescholtene Gesetz für einen Gewinneinbruch. Zumindest an denjenigen Autobahntankstellen des Shell-Konzerns, die aufgrund einer technischen Panne den Liter Diesel für 1,84 Euro anboten. Schamlos ausgenutzt wurde dieser Fehler von zahlreichen Verbrauchern, die sich in langen Schlagen sammelten, nur um ein paar Euro auf Kosten der Mineralölindustrie im eigenen Geldbeutel zu behalten. Am Dienstagmorgen griffen auch noch die sonst in der UZ immer sehr gescholtenen Medien ein. Überall wurde über die Panne berichtet und darauf verwiesen, dass es noch bis zur Mittagszeit möglich sei, Shell zu schädigen. Viele Heuschrecken setzten sich vermutlich erst daraufhin in ihre Autos, um auch noch den letzten Liter aus den Zapfsäulen zu saugen. „Doch damit ist jetzt Schluss“, schrieb „tagesschau.de“. Seit 12 Uhr mittags fließt das Geld endlich wieder in die richtigen Taschen.
12-Uhr-Tankstellenregel

(Screenshot: Instagram / rtlwest)
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"12-Uhr-Tankstellenregel", UZ vom 15. Mai 2026

