Angleichung Ost

Die IG Metall kämpft auch nach dem Pilotabschluss NRW in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie für eine „Angleichung Ost“. Dafür holte sie sich nun „prominente“ Unterstützung: Von Anton Hofreiter über Bodo Ramelow bis hin zu Wolfgang Thierse äußern sich in kurzen Video-Statements einige von denen, die wir als „hochrangige Politiker“ zu bezeichnen gelernt haben. Dietmar Woidke ist auch dabei. Der Ministerpräsident in Brandenburg fabelt, vieles habe man in den vergangenen drei Jahrzehnten „gemeinsam schon erreicht“. Ja, zum Beispiel, dass die Kolleginnen und Kollegen im Osten drei Stunden pro Woche länger arbeiten als im Westen. Er bedauert: „Die soziale Einheit ist – leider – immer noch nicht vollendet.“ Einkommensunterschiede zwischen 20 und 30 Prozent seien irgendwie „ungerecht“. Ramelow, Ministerpräsident Thüringens, „wünscht“ sich von den „Arbeitgebern“, „deutlicher und eindeutiger dafür zu werben, dass Arbeitnehmer in unserem Land nicht schutzlos sein dürfen“. Deutlicher können wir das Verhältnis von Politik und Kapital auch nicht aufzeigen. Am Ende ist man fast froh, dass sie den Beschäftigten nicht auch noch applaudiert haben.

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Über den Autor

Lars Mörking (Jahrgang 1977) ist Politikwissenschaftler. Er arbeitete nach seinem Studium in Peking und war dort Mitarbeiter der Zeitschrift „China heute“.

Mörking arbeitet seit 2011 bei der UZ, zunächst als Redakteur für „Wirtschaft & Soziales“, anschließend als Verantwortlicher für „Internationale Politik“ und zuletzt – bis Anfang 2020 – als Chefredakteur.

 

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"Angleichung Ost", UZ vom 16. April 2021



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