Berufsverbot für den Leipziger Wachmann Ken Merten

Deutlich mehr als 1.500 Menschen haben bereits eine Petition gegen das Berufsverbot für den Leipziger Wachmann Ken Merten unterzeichnet. Der kommunistische Schriftsteller, Journalist und ve.rdi-Mitglied arbeitet seit dem November 2023 zusätzlich für ein Sicherheitsunternehmen, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. „Diese Arbeit ist körperlich und psychisch belastend: In langen Schichten bewacht er unter anderem Einrichtungen, in denen obdachlose und suchtkranke Menschen untergebracht sind. Nun droht ihm der Verlust dieses Arbeitsplatzes. Doch nicht wegen einer Straftat, eines Fehlverhaltens auf Arbeit oder weil er seine Pflichten als Sicherheitsmitarbeiter verletzt hätte“, heißt es in der Petition. Ken wird ausschließlich sein politisches Engagement in SDAJ, DKP und als Autor für „linksextremistische“ Zeitungen vorgeworfen. Deshalb stellt das Ordnungsamt seine „Zuverlässigkeit“ in Frage. „Kann ein Mensch in Deutschland seinen Arbeitsplatz verlieren, weil er Mitglied einer legalen Partei ist und sich politisch engagiert?“, diese Frage beschäftigt inzwischen nicht nur die Gerichte, sondern auch zahlreiche Medien und Menschen. In einer Videobotschaft solidarisiert sich beispielsweise der Schriftsteller und Journalist Dietmar Dath mit Ken. „Ich habe zu sagen, dass der junge Autor Ken Merten in Wort und Tat und Schrift und in allem, was von ihm öffentlich einsehbar ist, dagegen kämpft, dass diese Gesellschaft nach rechts gleitet und autoritär wird – und also einen effektiveren Verfassungsschutz betreibt als die Behörde, die so heißt.“ Sogar in der Springer-Zeitung „Welt“ wurde das Vorgehen gegen Ken Merten hinterfragt. „Der Fall Merten zeigt einen gefährlichen Trend“, kommentierte Jakob Hayner in der Zeitung. „Der Rechtsstaat lebt davon, dass Bürger für das belangt werden, was sie tun – nicht für das, was sie denken.“

Auch UZ setzt die Solidarität mit ihrem Autor Ken Merten fort und ruft zur Unterzeichnung der Petition auf.

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"Berufsverbot für den Leipziger Wachmann Ken Merten", UZ vom 6. November 2026



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