Hundert Panzer hier, tausend Killerdrohnen da und zwischendrin noch ein paar Kisten Artilleriemunition: Alltag im Bundesministerium für „Verteidigung“. Mehr als 111 Milliarden Euro haben die Leute von Boris Pistorius (SPD) in den vergangenen vier Jahren für Waffen und Ausrüstung auf den Kopf gehauen. Nur: Wohin das ganze schöne Geld geflossen ist, weiß man nicht so recht, wie die Bundesregierung Ende April zugeben musste. Es gebe „eben nicht zu allen Dingen einfach eine Excel-Tabelle“, erklärte Ministeriumssprecherin Natalie Jenning in der Regierungspressekonferenz.
Die Regierung wird sich dieses Problems annehmen. So gefällig es ist, die Rüstungskonzerne mit Steuergeld zuzuschütten – ein paar real existierende Waffen sollten dabei noch herausspringen. Sonst wird es nichts mit der Kriegstüchtigkeit. Ein weiteres Problem bis dahin: der Zivilschutz. Das schönste Angriffsarsenal verpufft, wenn die Bevölkerung nicht an die Fähigkeit der Regierung glaubt, sie vor Gegenschlägen zu schützen. Also heißt es: Bunker bauen, Feldbetten verstauen und Systeme für Raketenwarnungen einführen. Sonst ist’s schnell Essig mit der Heimatfront.
Dafür hat die Regierung den „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ ins Leben gerufen. Zehn Milliarden Euro sollen fließen, um das Technische Hilfswerk und wichtige Infrastrukturen für den Kriegsfall zu rüsten. Die NINA-Warn-App soll bald auch Schutzräume in der Nähe anzeigen, für alle, die zu den 0,5 Prozent der Bevölkerung gehören wollen, die einen Platz im Bunker finden. An den Schulen soll „Zivilschutz“ unterrichtet werden, „damit Kinder früh lernen, wie in einem Ernstfall gehandelt werden muss“. Mancherorts ist man schon weiter. In Salzwedel werden Geflüchtete für das THW rekrutiert, weil sie nützliche „Kriegserfahrung“ mitbringen. Integration mal ganz anders.
Mit viel Geld und Spucke könnten bald vielleicht mehr als ein Prozent der Deutschen einen Platz im Bunker bekommen. Wenn dann die Raketen fliegen, haben sich die kriegstüchtigen Kürzungen im Gesundheitswesen, in Schulen oder bei der Rente wirklich gelohnt.








