Internationaler Frauentag in Stuttgart

Clara war immer mitten unter uns

Von Christa Hourani

DKP-Veranstaltung zum Internationalen Frauentag 2018: Drei Frauen – drei Generationen im Gespräch über 100 Jahre Frauenbewegung und die heutigen Aufgaben der Frauenbewegung und der Kommunistinnen und Kommunisten.

DKP-Veranstaltung zum Internationalen Frauentag 2018: Drei Frauen – drei Generationen im Gespräch über 100 Jahre Frauenbewegung und die heutigen Aufgaben der Frauenbewegung und der Kommunistinnen und Kommunisten.

( Christa Hourani)

Clara Zetkin hat 30 Jahre in Stuttgart gelebt und gewirkt. In dieser Zeit hat sie die proletarische Frauenbewegung geführt, nicht nur deutschlandweit. Sie war der Motor der weltweiten Vernetzung der sozialistischen Frauenbewegung. Sie war Kämpferin für das Frauenwahlrecht und Begründerin des Internationalen Frauentags. Kein Wunder, dass sie in Stuttgart bei allen Veranstaltungen rund um den Frauentag und dem 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts mitten unter uns war.

Im Clara-Zetkin-Haus im Waldheim in Sillenbuch stand am 7. März der lange steinige Weg zur Durchsetzung des Frauenwahlrechts, beginnend mit der Revolution 1848, sowie Erfolge und Niederlagen der Frauenbewegung in den letzten 100 Jahren im Fokus. Wichtiger Meilenstein war die erste internationale sozialistische Frauenkonferenz 1907 in Stuttgart, auf der eine einheitliche Marschroute für den Frauenwahlrechtskampf festgelegt wurde. Erst dieser Beschluss, von Clara Zetkin eingebracht, brachte Dynamik in die Bewegung für das Frauenwahlrecht.

Die DGB-Jugendreferentin Jessica Messinger würdigte in ihrer Kundgebungsrede am 8. März auf dem Schlossplatz die Sozialistin Clara Zetkin und verwies auf Claras Initiative auf der II. Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910 zur Einführung des Internationalen Frauentags, der in erster Linie der Agitation für das Frauenwahlrecht dienen sollte. „100 Jahre später möchte ich voll Dankbarkeit auf den Mut der Frauen zurückblicken, die nicht müde wurden, unsere Rechte einzufordern“, so die Rednerin.

Auf der DKP-Veranstaltung im Waldheim Gaisburg am 10. März diskutierten drei Frauen aus drei Generationen über 100 Jahre Frauenbewegung und Frauenwahlrecht – Clara, Heidi und Anna. Anlässlich der Gründung der KPD vor 100 Jahren und der DKP vor 50 Jahren war natürlich auch ihre Motivation, sich in der Kommunistischen Partei zu engagieren und den Kampf um Frauenrechte mit dem Kampf um Sozialismus zu verbinden, ein wesentliches Diskussionsthema. „Aber wir Frauen der Sozialdemokratie kämpfen für den Sozialismus. Nur jenseits der Kerkermauern der bürgerlichen Gesellschaft werden die Frauen als Vollbürgerinnen anerkannt werden“, so Clara.

Beim Festakt der IG-Metall-Frauen am 15. März trat die Historikerin Mascha Riepl-Schmidt als Clara Zetkin auf und berichtete eindrucksvoll aus deren Leben und über die Anfänge der Frauenbewegung in Deutschland. Die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, trat in ihren Ausführungen zu den aktuellen Herausforderungen der gewerkschaftlichen Frauenbewegung auch immer wieder mit Clara in Rückkopplung: „Clara, nicht das Lippenbekenntnis, nur das Handeln adelt und bewegt.“

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"Clara war immer mitten unter uns", UZ vom 23. März 2018



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