COP26 in Glasgow

Boris Johnson, britischer Premierminister, zeigt der Welt einmal mehr, für was er sie hält: Für einen Witz. Einem Bericht des „Daily Mirror“ zufolge setzte sich Johnson nach seiner Rede beim COP26 in Glasgow (ging nur um Klimaschutz, nichts wirklich wichtiges) ausgerechnet in einen Privatjet und flog nach London. Eine Stunde fliegen statt vier Stunden Zug fahren. Und wohin so eilig? Zu einem Dinner in einem exklusiven Klub in London, dessen Mitgliedschaft nur Männern vorbehalten ist. Er soll dort den früheren Chefredakteur des „Daily Telegraph“ und bekennenden Klimaskeptiker Charles Moore getroffen haben. Das ist sozusagen Stinkefinger Nr. 2 für all jene, die dachten, dieser „Gipfel“ in Glasgow würde auch nur irgendetwas ändern. Alleine ist Johnson in seiner Verachtung für Mensch und Natur allerdings nicht. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen flog mal kurz: einen rund 20-minütigen Charterflug im Juni von Wien in die slowakische Hauptstadt Bratislava. Entfernung? 55 Kilometer. Von der Leyen in Glasgow zum Thema Klima: „Wir alle, weltweit, müssen viel mehr Tempo machen.“ Anscheinend im Privatjet.

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"COP26 in Glasgow", UZ vom 12. November 2021



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