Demenz, Selbstüberschätzung und Wahn

Man könnte meinen, die NATO trüge ihren scheidenden Generalsekretär schon mal zu Grabe. Doch sie feierte in dieser Woche nur ihren 75. Geburtstag. Sorgenvoll richteten sich alle Augen dabei auf den Gesundheitszustand von US-Präsident Joseph Biden und die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen. Die Angst, die Risse im Kriegsbündnis könnten sich vertiefen, sitzt tief. Umso heftiger wirbeln die Propagandisten. Ihr Geisteszustand scheint dabei eine Mischung aus dem der US-Präsidentschaftskandidaten zu sein: Demenz, Selbstüberschätzung und Wahn. Sara Nanni (Grüne) gab davon eine Kostprobe im Bundestag: „Und Europa, insbesondere die EU, hat Putin zum größten Feind erklärt, weil sie immer mehr Staaten für sich gewinnen konnte, die Putin eigentlich wieder Russland unterstellen will. (…) Putin will Russlands Territorium vergrößern; die EU und die NATO stehen ihm im Weg. Putin bekämpft diese starken Staatenbünde, indem er den Nationalismus wieder stärkt.“ Sie fragt, vermutlich rhetorisch: „Hätte es ohne die Einmischung Russlands den Brexit gegeben? Wie stark wären Rechtspopulisten ohne das Geld von Putins Leuten geworden?“ Nanni schließt mit der Feststellung, Wachsamkeit sei der Preis der Freiheit. Vermutlich wird es nicht nur teurer.

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"Demenz, Selbstüberschätzung und Wahn", UZ vom 12. Juli 2024



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