Zum Tod von Alexandr Sachartschenko

Die Zukunft hängt von jedem von uns ab

Von Renate Koppe

Alexandr Wladimirowitsch Sachartschenko wurde 1976 in Donezk geboren. Er besuchte eine Berufsfachschule und wurde Bergbauelektromechaniker. Er arbeitet zuerst im Bergbau, danach war er im Kohlebereich als Unternehmer tätig. Im Dezember 2010 wurde er Vorsitzender der Donezker Abteilung der Charkower gesellschaftlichen Organisationen „Oplot“ (Bollwerk), die sich aktiv gegen die Heroisierung der faschistischen UPA wandte und sich um den Erhalt von Denkmälern für den Großen Vaterländischen Krieg kümmerte.

2014 beteiligte er sich am Widerstand gegen den ukrainischen Nationalismus und nahm in der Volksmiliz am Kampf für die Unabhängigkeit der Donezker Volksrepublik (DVR) teil. Nach dem Referendum über die Unabhängigkeit der DVR im Mai 2014 wurde Sachartschenko Militärkommandant von Donezk, danach stellvertretender Innenminister der DVR. Bis zum 7. Juli war er Kommandeur der Einheit „Oplot“ der Armee der DVR und war an Kämpfen gegen die ukrainische Aggression beteiligt, wobei er mehrfach verletzt wurde.

Alexandr Wladimirowitsch Sachartschenko

Alexandr Wladimirowitsch Sachartschenko

( wpered.su)

Im August 2014 wurde er Premierminister der DVR und im November 2014 in direkten Wahlen bei Unterstützung der Kommunisten mit einer großen Mehrheit zum Staatsoberhaupt gewählt. Er war als Staatsoberhaupt an der Aushandlung der Minsker Vereinbarungen beteiligt, die er immer deutlich als ein Mittel bezeichnet hat, die Souveränität der DVR auf friedlichem Wege zu erreichen.

In den folgenden Jahren gab es unter seiner Führung erhebliche Erfolge beim Wiederaufbau von Infrastruktur und Industrie der DVR, trotz Krieg und Blockade von Seiten der Ukraine wurde eine humanitäre Katastrophe vermieden, die Ernährungssicherheit des Landes gewährleistet, viele Indus­triebetriebe wurden und werden wieder in Betrieb genommen. Er wurde von Anfang an von der KPRF unterstützt und hatte regelmäßige Kontakte mit der Führung der russischen Kommunisten.

Alexandr Sachartschenko war ein Mensch mit positivem Bezug zur Sowjetunion, den er immer wieder deutlich machte, ein Mensch, der ohne politische Erfahrung nicht nur den Kampf gegen den Faschismus mit der Waffe in der Hand aufnahm, sondern den Mut hatte, an führender Stelle einen Staat von Grund auf neu aufzubauen. Er trat klar für die führende Rolle des Staates bei den grundlegenden Industriezweigen ein. Als Ziel nannte er einen sozial orientierten multinationalen Staat, trat aktiv gegen immer wieder aufkommende Korruption ein und scheute Auseinandersetzungen in den eigenen Reihen nicht.

„Warum kämpfen wir, was wollen wir weiter sehen, welche Zukunft bauen wir? Die Ideen der Freiheit, des Gewissens, der Gerechtigkeit und der Gleichheit. Das sind die Dinge, die mir jetzt am Herzen liegen und mir scheint, dass die Mehrheit unserer Mitbürger diese Ideen teilt. Und nicht zufällig. Die UdSSR ist das Land, in dem wir aufgewachsen sind, in dem wir lebten, in dem die Mehrheit von uns glücklich war. Es gab viele gute Dinge. Es ist ein großer Teil unserer Geschichte. Es ist das, wo wir alle hergekommen sind. Das ist die Liebe zur Heimat, der Respekt gegenüber der Armee, die Erziehung, die Fürsorge für alte Menschen, für die Kinder. Es ist kostenloses Gesundheitswesen, kostenlose Bildung – die beste der Welt … Wir haben nicht das Recht, das Gute zu vergessen, das es in der UdSSR gab. Sowjets als Mittel der Regierung haben ihre Aktualität auch jetzt nicht verloren!“, schrieb er einmal.

Auch als Staatsoberhaupt legte er großen Wert darauf, mit den Menschen in der Republik, den Soldaten an der Front in Kontakt zu sein. Dass seine Funktion, seine Entschlossenheit ihn wie alle Verteidiger der DVR in ständige Gefahr brachte, war ihm klar. Auch dass es danach weitergehen muss.

Der Vorsitzende der KP der DVR, Boris Litwinow, schrieb zum Tod von Alexandr Sachartschenko:

„Mehr als vier Jahre lang haben wir gemeinsam unser Land aufgebaut. Im Kampf für unsere Ideale hat Alexandr Wladimirowitsch die Kampfgenossen zu Furchtlosigkeit, Kühnheit, Mut und der Überzeugung, dass der Sieg kommen wird, begeistert. Bei der Arbeit zeigte er sich als ein Beispiel an Beharrlichkeit bei der Erreichung der gestellten Ziele. Und die Lebensenergie, die ihren Ausdruck in höchster Arbeitsfähigkeit fand, erlaubte es ihm, die ihm zufallenden Prüfungen zu überwinden und die hehre Sache der Schaffung einer unabhängigen und freien und sich entwickelnden Volksrepublik fortzusetzen […]

Auf unserem Weg wird es noch nicht wenige große Hindernisse geben. Aber der Wille und die Geschlossenheit unseres friedliebenden, internationalen, kollektivistischen, arbeitsamen Volks hat sich vielfach in tragischen Situationen gestählt. Wir sind voller Entschlossenheit, den Weg zum Sieg zu gehen. Und die Kommunisten sind bereit, die Souveränität der DVR zu verteidigen, wie dies das Republikoberhaupt Alexandr Wladimirowitsch Sachartschenko getan hat, auf den vordersten und schwierigsten Linien unseres gemeinsamen Kampfes.“

Als ich im Mai dieses Jahres in Donezk war, waren an vielen Stellen Plakate mit einem Zitat Sachartschenkos zu sehen: „Die Zukunft der Republik hängt von jedem von uns ab.“ Ein wenig auch von uns, wenn es uns gelingt, die Solidarität mit den Menschen im Donbass zu verstärken.

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"Die Zukunft hängt von jedem von uns ab", UZ vom 7. September 2018



    Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Schlüssel aus.

    Vorherige

    Keine Teilhabe

    DKP: Schluss mit der Kriegsvorbereitung gegen Syrien!

    Nächste