Eishockey-WM

„Bedauerlich“, aber „unvermeidlich“ – so formulierte es der Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF). Dieser muss die Spiele der Eishockey-WM, die vom 21. Mai bis 6. Juni in Belarus stattfinden sollten, verlegen. Der politische und wirtschaftliche Druck auf den IIHF war in den letzten Monaten zu groß geworden. Zuletzt hatte Hauptsponsor Skoda mit dem Ausstieg gedroht, wenn Belarus Mitveranstalter der Eishockey-WM bleibe. Schließlich respektiere und fördere der zum VW-Konzern gehörende Autohersteller die Menschenrechte. Nun muss also auf die Schnelle ein neuer Ausrichter gefunden werden. Glücklicherweise ist Mutterkonzern VW Sponsor und offizieller „Mobilitätspartner“ der Fußball-WM 2022 in Katar. Katar hat bereits 2015 die Handball-WM erfolgreich ausgerichtet, obwohl dort bis dahin kaum Handball gespielt wurde. Und für die Fußball-WM werden schmucke Stadien neu gebaut, modernisiert oder vergrößert, die teilweise schon fertig sind und die sich mit einer kleinen Erweiterung der Kühlsysteme bestimmt problemlos auf Eishallen-Temperatur runterkühlen lassen. Die notwendigen Arbeiten sind dank Zwangsarbeit schnell ausgeführt. Menschenrechte im Sinne der Konzerne waren hier nie in Gefahr – dem Geschäft steht nichts im Wege.

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Über den Autor

Lars Mörking (Jahrgang 1977) ist Politikwissenschaftler. Er arbeitete nach seinem Studium in Peking und war dort Mitarbeiter der Zeitschrift „China heute“.

Mörking arbeitet seit 2011 bei der UZ, zunächst als Redakteur für „Wirtschaft & Soziales“, anschließend als Verantwortlicher für „Internationale Politik“ und zuletzt – bis Anfang 2020 – als Chefredakteur.

 

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"Eishockey-WM", UZ vom 22. Januar 2021



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