Gegen die Rückkehr des Kleiderbügels

Dunkle Hinterzimmer, blutige Kleiderbügel und Geflüster über die Nachbarin, an die man sich vielleicht wenden kann – all das wird für Frauen in Polen demnächst wieder zum Alltag gehören, wenn es nach dem Willen der regierenden PiS und der Katholischen Kirche geht.

Jetzt hat das Verfassungsgericht auch noch das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch bei Fehlbildung des Fötus gekippt, seitdem herrscht Aufruhr im katholischen Polen. Denn die Frauen haben beschlossen, ihren Protest gegen die bigotte Bevormundung aus Kirche und Politik nicht nur auf die Straße, sondern auch in die Kirchen zu tragen. Abend für Abend blockieren sie Straßen in den Zentren polnischer Städte und am vergangenen Sonntag störten sie Gottesdienste und versperrten Kirchenportale mit den Instrumenten, die Frauen in Zukunft in Polen wieder das Leben kosten werden – mit Kleiderbügeln.

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Über den Autor

Melina Deymann, geboren 1979, studierte Theaterwissenschaft und Anglistik und machte im Anschluss eine Ausbildung als Buchhändlerin. Dem Traumberuf machte der Aufstieg eines Online-Monopolisten ein jähes Ende. Der UZ kam es zugute.

Melina Deymann ist seit 2017 bei der Zeitung der DKP tätig, zuerst als Volontärin, heute als Redakteurin für internationale Politik und als Chefin vom Dienst. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bei der Arbeit für die „Position“, dem Magazin der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend.

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"Gegen die Rückkehr des Kleiderbügels", UZ vom 30. Oktober 2020



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