Kurz vorm Ausschlachten

Von fv

Die Fernsehserie „Game of Thrones“ ist ein Verkaufsschlager. Die werbewirksamen Diskussionen um die 7. Staffel, die vom Bezahlsender HBO derzeit ausgestrahlt wird, ziehen sich bereits über mehrere Monate, die Fangemeinde bittet zum Rudelgucken und die Geschichte bewegt sich in Richtung großer finaler Schlachten im Ausmaß von „Herr der Ringe“.

Die moralische Instanz in einer unmoralischen Zeit wird nun durch Daenerys Targaryen und Jon Snow verkörpert, die wahrscheinlich verwandt sind und deshalb wahrscheinlich auch heiraten werden müssen. Sie versucht sich zur neuen Herrscherin aufzuschwingen, ohne viel Blut zu vergießen. Er versucht, das Gemetzel unter den Herrscherhäusern zu beenden, um das Ende der Menschheit insgesamt zu verhindern. Beide machen es sich besonders schwer dadurch, dass sie das Richtige tun wollen, den Menschen zum Wohlgefallen. Derweil finanzieren die Banken den Krieg der hoch verschuldeten Regentin Cersei Lennister, schließlich ist ihre Gegenspielerin Daenerys aus dem Süden als Sklavenbefreierin berüchtigt und somit schlecht fürs Geschäft.

Die Hauptcharaktere werden wohl in den nächsten Folgen gründlich „ausgeschlachtet“ werden: Einerseits sind alle erwachsen geworden, haben ihr Schicksal erkannt bzw. ihre Fertigkeiten herausgebildet und können deshalb beruhigt einen vollendeten Heldentod sterben oder auch ganz nebenbei und unerwartet krepieren, wenn es nach der Buchvorlage geht. Da sich die Serie immer weiter von George R. R. Martins Fantasy-Saga „A Song of Ice and Fire“ entfernt, ist es sicherlich auch ganz gut, dass die Fernsehmacher sich auf das konzentrieren werden, was sie können: Gemetzel, nackte Haut und die Machtspiele der Herrschenden.

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"Kurz vorm Ausschlachten", UZ vom 4. August 2017



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