Männer sind nicht systemrelevant

Angaben der Bundesanstalt für Arbeit zufolge sind 76 Prozent der Beschäftigten in Krankenhäusern weiblich. Im Einzelhandel sind es demnach 72,9 Prozent und in den Kindergärten und Vorschulen sogar 92,9 Prozent.

Die Schulen sind derzeit geschlossen und werden es für Wochen bleiben. Kinderbetreuung ist Mangelware. Zudem scheiden Großmütter und -väter als die sonst übliche Notbetreuung aus, weil sie zur Risikogruppe im Falle einer Covid-19-Infektion gehören.

Wer begegnet sich also wochentags beim morgendlichen Spaziergang mit dem Filius? Die nicht „systemrelevanten“ männlichen Klassenbrüder, die sonst Dinge produzieren, die im Fall des Falles dann doch keiner braucht – Autos zum Beispiel.

Es sind vor allem Frauen, die derzeit die Gesellschaft am Laufen halten. Ihre Fähigkeiten werden auch dann noch gebraucht, wenn der Kapitalismus schon längst am kommunistischen Virus zugrunde gegangen ist.

Männer, wir müssen umschulen!

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Über den Autor

Lars Mörking (Jahrgang 1977) ist Politikwissenschaftler und Chefredakteur der UZ. Er arbeitet seit 2011 bei der Zeitung der DKP, zunächst als Redakteur für „Wirtschaft & Soziales“, anschließend übernahm er das Ressort „Internationale Politik“.

Mörking arbeitete nach seinem Studium in Peking und war dort Mitarbeiter der Zeitschrift „China heute“, die in mehreren Sprachen von der staatseigenen China International Publishing Group herausgegeben wird.

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"Männer sind nicht systemrelevant", UZ vom 27. März 2020



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