Özdemir beschimpft türkische Wähler

Wie gut, dass die Eltern von Cem Özdemir als „Gastarbeiter“ aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind. So trägt er einen Namen, der ihm als schwäbischem Reaktionär einen Hauch von Multikulti gibt. Nach der Wiederwahl des türkischen Präsidenten Erdog˘an (ebenfalls reaktionär, aber altmodisch), beschimpfte Özdemir türkische Wähler in Deutschland. „Die hupen, weil jemand eine Wahl gewonnen hat, der das Land in eine Art offenes Gefängnis verwandelt, während sie hier gleichzeitig die Vorzüge der liberalen Demokratie genießen.“ In den letzten Jahren ist das „liberaldemokratische“ Großmaul von Özdemir enorm gewachsen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist er im Bundestag, stolperte Anfang der 2000er über eine Korruptionsaffäre, verschwand darauf kurz von der Bildfläche. In der Zeit holte er sich beim „German Marshall Fund of the United States“ seine Grundausbildung in transatlantischem Imperialismus ab. Nach seiner Rückkehr gehört er zu den grün-reaktionären Einpeitschern, die sich um die Genesung der Welt mit deutschen Werten bemühen. Dass Armut und Ausgrenzung in Deutschland nicht nur für Türken Realität sind, es hier für viele nicht viel zu genießen gibt, ist dem Schwaben Özdemir schon lange fremd. Da poltert es sich umso besser gegen alle Länder, die sich nicht so verhalten, wie es die grün-imperialistischen Werte vorgeben.

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"Özdemir beschimpft türkische Wähler", UZ vom 2. Juni 2023



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