Panther

Die deutsche Rüstungsindustrie zeigt sich ebenso traditionsbewusst wie die deutsche Bundeswehr: Rheinmetall hat auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris das Nachfolgemodell für den Kampfpanzer „Leopard 2“ vorgestellt. „Er soll eine Antwort sein auf Putins T-14“, mutmaßte „Die Welt“. Der Waffenkonzern bewirbt den Kampfpanzer „Panther KF51“ als „der erste seiner Art: ein radikal neues Kampfpanzerkonzept, dessen Entwicklung nicht durch Technologien von gestern eingeschränkt wurde“. Er sei „hochgradig wirksam“, denn unter anderem durch das „von Rheinmetall entwickelte 130 mm Future Gun System (FGS) und des optimierten Sensor-Shooter-Netzwerks wird eine schnelle Bekämpfung und hochgradige Wirkung im Ziel erreicht“.

Die Technik ist zweifellos neu, aber der Name ist nicht der erste seiner Art. Er zeigt eine in mehrfacher Hinsicht ungebrochene Traditionslinie auf: Nach dem Überfall der deutschen Faschisten auf die Sowjetunion stellten Militärs und Rüstungsindustrie die Weichen für die Produktion des ersten deutschen „Panther“. Die bis dahin verfügbaren deutschen Panzer hatten sich sowohl in Bewaffnung als auch Panzerung den sowjetischen T-34-Panzern unterlegen gezeigt. Gebraucht wurde der „Panzerkampfwagen V“, der „Panther“, nicht zuletzt für die „Operation Zitadelle“, eine 1943 geplante Offensive bei Kursk und Orel. Im Mai 1942 vergaben die Nazis den Auftrag zur Realisierung des „Panther“ an die Firma MAN, 1943 liefen dort die ersten von den Montagebändern.

Es ist schon entlarvend, welche Parallelen Rheinmetall mit seiner Namensgebung zieht. Und wirft die Frage auf, für welche Operationen der NATO und der Bundeswehr der Panzer eingesetzt werden soll.

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"Panther", UZ vom 24. Juni 2022



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