Gebäudereiniger streiken für Weihnachtsgeld

Unterbezahlt

Von Christa Hourani

Am 19. November hatte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bundesweit zu Warnstreiks in der Gebäudereinigung aufgerufen. Bundesweit wurden Reinigungsobjekte bestreikt, darunter Flughäfen, Krankenhäuser, Verwaltungen, Industrie­standorte und Schulen. Die IG BAU fordert für die rund 600000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk ein tarifliches Weihnachtsgeld. Zu Recht sind die Kolleginnen und Kollegen der Gebäudereinigung sauer. Auch sie wollen ein Weihnachtsgeld, wie es in fast allen Branchen seit langem üblich ist. Doch die Arbeitgeber sind nicht einmal bereit, über das Thema Verhandlungen aufzunehmen. Per Pressemitteilung informierten sie die Beschäftigten, dass es mit ihnen keinen Tarifvertrag über ein Weihnachtsgeld geben wird.

Auch in Stuttgart wurde gestreikt. Zusammen mit Daimlerbeschäftigten haben knapp 200 Kolleginnen und Kollegen eine Kundgebung bei Daimler vor dem Cannstatter Tor durchgeführt. Bei eisiger Kälte standen die Kolleginnen und Kollegen von IG BAU und IG Metall eng beisammen – die IG-Bau-Kollegen mit ihren Fahnen, ihren Streikwesten und wärmenden IG-Metall-Schals, die bei dieser Kälte mehr als notwendig waren. Einen ganzen Karton hatten IG-Metall-Vertrauensleute aus Solidarität mit den IG-Bau-Kollegen mitgebracht und verteilt.

Mit ihrem Transparent „Aufstand der Unsichtbaren – Sauberkeit hat ihren Preis“ machen sie darauf aufmerksam, wie sie sich fühlen: unbeachtet und unterbezahlt. Die Solidarität der Daimler-Kollegen tut da besonders gut.

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"Unterbezahlt", UZ vom 23. November 2018



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