Metall- und Elektroindustrie: IG Metall beschließt Forderung

Wackelt oder lacht
die Acht?

Der IG-Metall-Vorstand gab am Montag seine Forderung nach 8 Prozent für die anstehenden Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie bekannt. Die Tarifkommissionen der Bezirke hatten sich im Vorfeld für diese Forderung ausgesprochen. Im „ZDF-Morgenmagazin“ sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann am Dienstag mit Blick auf die Gasversorgung: „Wir werden im September auch noch mal draufschauen, wie sich die Gesamtlage verändert hat.“ Entsprechend werde man die „Anlage der Tarifrunde wieder neu denken müssen“. Bleibe die Gasversorgung stabil, sei die Forderung von 8 Prozent erfüllbar. Wie die Forderung nach 8 Prozent zustande gekommen ist, das kommentiert die Zeitung „Auf Draht“ (Zeitung der DKP München und Gruppe KAZ) in ihrer aktuellen Ausgabe unter dem Titel „Die Acht lacht“:

IG-Metall-Vorsitzender Hofmann hat (…) die Richtung für die Forderungshöhe vorgegeben. Im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ hat er am 20. Juni erklärt: „Wir haben das Wohl des ganzen Landes im Blick.“ Dabei hat er gleichzeitig festgestellt: „Zugleich ist den Metallerinnen und Metallern in den Tarifkommissionen bewusst, dass sie die kriegsbedingte Extrem-Inflation nicht durch Tarifpolitik allein auffangen können.“

In den Tarifkommissionen wurde alles, was über 8 geht – vor allem zweistellige Forderungen zwischen 10 bis 15 Prozent aus den Betrieben – abgebügelt. Auf diesem Wege werden die Milliardenprofite, die Krisengewinne der Kapitalisten nicht angetastet und noch weniger abgeschöpft. Die verdienen sich gerade mit Hinweis auf den Ukraine-Krieg auf Kosten der Lohnabhängigen, der Rentnerinnen und Rentner und generell der ärmeren Bevölkerungsteile eine goldene Nase. Das „Wohl des Landes“ geht ihnen dabei am A… vorbei. Das gilt dann auch für die 3,8 Millionen Beschäftigten in der Metall-und Elektroindustrie.

Für ihr Wohl, für die Ausbeutung und den Verschleiß ihrer Arbeitskraft, werden von der IG Metall Tarifverträge abgeschlossen. Wie in jeder Tarifbewegung geht es hierbei darum, dem Kapital so viel wie möglich von den Profiten abzunehmen (…). Auf Seite der Metallerinnen und Metaller erfordert das die Erkenntnis und Einsicht, dass das Kräfteverhältnis und die Kampfbereitschaft zwischen IG Metall und dem Kapital der Metall- und Elektroindustrie über das Ergebnis, über die Lohnhöhe entscheiden. (…)

Die Verhandlungen mit den Kapitalverbänden müssen bis spätestens zum 16. September begonnen haben. Die Friedenspflicht endet am 28. Oktober 2022. Danach sind die ersten Warnstreiks und Streiks möglich. Dafür müssen Metallerinnen und Metaller rechtzeitig in den Betrieben mobilisieren und dabei im „Blick“ halten, was ihnen eventuell aus der „Konzertierten Aktion“ entgegenkommt, um nötigenfalls mit „konzertierten Streikaktionen“ darauf zu antworten.

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"Wackelt oder lacht
die Acht?", UZ vom 15. Juli 2022



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