Stimmen zu den UZ-Friedenstagen

Aus Niemals wird: Heute noch …

Das letzte Augustwochenende klingt nach. Die UZ-Friedenstage waren ein Ort der Diskussion unter Friedenskräften und ein Ort der Begegnung, der Mut gemacht hat für die kommenden Kämpfe. Berichte über einzelne Runden gibt es in einem Dossier.

Auf dieser Seite dokumentieren wir weitere Stimmen unserer Gäste, von Künstlerinnen und Künstlern und Referenten, die die UZ-Friedenstage mit uns gestaltet haben. Aber zuvor wollen wir noch einen wichtigen Dank nachholen: Susanne Misere aus Berlin hat für die Tombola der UZ-Friedenstage 400 Preise gesammelt, verpackt und nummeriert. Es wurden 800 Lose zur Finanzierung der UZ-Friedenstage verkauft. Vielen Dank, Susanne! Wer auf den Friedenstagen weder Los noch Soli-Pin gekauft hat, kann Letzteres noch nachholen.

Es waren wunderbare Tage mit euch. Gerade in Zeiten zunehmender Krisen, Katastrophen und Kriege gibt es uns Kraft, die Teilkämpfe mit euch zusammen zu denken und eine gemeinsame Marschrichtung zu festigen. Wir hatten an unserem Stand der Berliner Mietergemeinschaft viel Inte­resse für die Berliner Mieten- und Stadtthemen und konnten uns gut weiter vernetzen. Auch unsere Veranstaltung zur Wohnungspolitik als letzte Veranstaltung im Münzenbergsaal war gut besucht. Es gab viele Anregungen zum Thema, Alternativen in der Stadtentwicklung aus der DDR zu nutzen im Hier und Jetzt.

Es gab so viele Höhepunkte auf den UZ-Friedenstagen, aber mich persönlich haben die Genossinnen und Genossen aus Brasilien und China sehr beeindruckt, wie nationale Grenzen überwunden werden und alternative Konfliktangebote sich den Raum nehmen. Aber am besten hat mir gefallen, dass wir das Feiern nicht verlernen – wie auch mit der gemeinsamen Gewissheit, auf der richtigen Seite der Barrikade zu stehen, Danke euch – Wir kommen wieder.

Karin Baumert, Mitglied der Berliner Mietergemeinschaft

Das waren gelungene UZ-Friedenstage! Spannende Debatten über wichtige Themen gab es, mit Genossinnen und Genossen aus aller Welt – von Brasilien über die Türkei und Israel bis nach China. Und hätte der Staatsapparat nicht Visa verweigert, hätte man sich sogar mit Genossen aus Kenia austauschen können. Auch Musik und Kultur kamen nicht zu kurz. Die Friedenstage sind deutlich größer geworden, sie sind deutlich jünger geworden; man spürt: die Militarisierung, der Sozialkahlschlag, die Kriegspolitik der Bundesregierung – sie treiben immer mehr Menschen um und auf die Straßen. Das macht ein wenig Hoffnung in finsteren Zeiten. Und das Tüpfelchen auf dem i: Die UZ schafft es inzwischen sogar, gutes Wetter durchzusetzen. See you next time!

Jörg Kronauer, Journalist und Autor

Wehrpflicht, Krieg, Kürzungen, Stellenabbau – oder, wie Brecht im Lob der Dialektik zusammenfasst: „Das Unrecht geht heute einher mit sicherem Schritt.“ So scheint es manchmal im Alltag. Nicht so Ende August in Berlin: Juliette aus Frankfurt berichtet von der geplanten Zerschlagung ihres Betriebs – die sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen verhinderte. Svenja aus Cottbus spricht auf der Bühne über die Widerstandskraft der Kubanerinnen und Kubaner, die jeden Tag gegen den Imperialismus siegen. Hannes aus Bochum rührt das Publikum zu Tränen, als von seinen Erfahrungen der Global Sumud Flotilla nach Gaza erzählt. Karla und Kalle erzählen am Tisch von den Schulstreiks gegen die Wehrpflicht. Auf den UZ-Friedenstagen waren unzählige Menschen, die den Schritt des Unrechts etwas unsicherer machen. Deshalb waren die UZ-Friedenstage ein Moment des Krafttankens und der Hoffnung, ein Moment mit denjenigen, die das Unrecht jeden Tag bekämpfen, in einer Welt, in der das Unrecht übermächtig scheint. Sie waren ein Blick in die Zukunft, denn, so Brecht: „die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen, und aus Niemals wird: Heute noch!

Andrea Hornung, Bundesvorsitzende der SDAJ

Sehr gerne ist BettyRossa & Kapelle wieder zu euch nach Berlin gefahren um gemeinsam die UZ-Friedenstage gestalten zu können. Unsere Kämpfe sind Teil des gelebten Internationalismus. Wir haben uns mit der Uraufführung unseres Liedes „Palästina Rossa“ ganz besonders auf die Friedenstage vorbereitet und die Solidarität mit Kuba ist sowieso immer ein berührender Programmpunkt bei UZ und DKP. BettyRossa wünscht euch einen erfolgreichen Herbst, allein schon dass wir kämpfen, jagt dem Kapital Schauer über den Rücken. Wenn wir in unseren Kämpfen auch noch stärker werden, wenn wir uns gegenseitig stärken, werden wir letztendlich auch erfolgreich sein. Eure Mühen und Anstrengungen haben sich gelohnt, die enormen Kräfte habt ihr nicht umsonst mobilisiert. Die vielen neuen (Probe-)Abonnentinnen und Abonnenten der UZ strahlen bis nach Österreich und strahlen für euch zurück.

BettyRossa & Kapelle
bettyrossa.com

Berlin war wieder ein Erlebnis. Seit Anfang der 2000er Jahre treten wir bei UZ-Pressefesten und den UZ-Friedenstagen auf. Wieder war es eine Zeitreise durch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ein menschliches, politisches und gesellschaftliches Ereignis! Nein, ein Treffen der Hoffnung, der gemeinsamen Geschichten, Nostalgie und Vorfreude, den weiteren Weg, trotz all der Ungerechtigkeiten und Probleme, voller Überzeugung und mit einem Lächeln zu gehen.

Kutlu Yurtseven, Bejarano und Microphone Mafia

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"Aus Niemals wird: Heute noch …", UZ vom 25. September 2026



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