Wiederaufbau funktioniert

Massive Hurrikan-Schäden auf Kuba – Internationale Hilfe kommt an
Von Christoph Hentschel
|    Ausgabe vom 22. September 2017

Warum gibt es
eigentlich Hurrikans?

Hurrikans sind tropische Wirbelstürme mit einer Mindestwindgeschwindigkeit von 64 Knoten (118km/h) im nördlichen Atlantik, einschließlich der Karibik und des Golfs von Mexiko und des Pazifiks. Hurrikans entstehen zwischen Mai und November jedes Jahres in der Passatwindzone zwischen 30° südlicher und nördlicher Breite über dem Wasser des Atlantiks oder östlichen Pazifiks bei einer Wassertemperatur von über 26,5 °C. Das Wasser verdunstet in großen Mengen und steigt auf, es bilden sich große Wolken. Die Kondensation riesiger Wassermassen setzt enorme Mengen Energie frei und die Luft innerhalb der Wolken wird aufgeheizt, dehnt sich aus und steigt mit der noch nicht ausgeregneten Restfeuchtigkeit weiter auf. Über der warmen Meeresoberfläche entsteht ein Unterdruck und aus der Umgebung strömt Luft hinzu und lädt den Hurrikan weiter mit Energie auf. Wenn der Hurrikan auf Land stößt, verliert er rasant an Energie und die Wolken regnen sich sturmartig ab. Gäbe es keine jährlichen Hurrikans im Atlantik, dann wären die großen Ebenen zwischen Rocky Mountains im Westen und den Apalachen im Osten der USA und bis in die kanadischen Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba Wüsten.

Überschwemmung in Havanna.

Überschwemmung in Havanna.

( Fernando Medina Fernández/Cubahora)

 

Das sozialistische Kuba wurde vom Hurrikan „Irma“ heimgesucht. Die Zerstörungen waren enorm, umso beeindruckender ist die Geschwindigkeit und sind die Leistungen beim Wiederaufbau. Der Großteil des nationalen Stromnetzes, das nach Durchzug des Hurrikans Irma vollkommen zusammenbrach, konnte schon in weniger als 72 Stunden wiederhergestellt werden. Auch die wichtigen Wärmekraftwerke in Mariel, Tallapiedra, Este Habana, Cienfuegos, Renté, Nuevitas und Felton konnten ihre Arbeit wieder aufnehmen. Der Photovoltaikpark Parada in Puerto Padre konnte zwei Tage nach den Wärmekraftwerken wieder ans Netz gehen. Die Strom- und Wärmeversorgung in den am stärksten betroffenen Gebiete um Matanzas, Sancti Spíritus, Villa Clara und Ciego de Ávila folgten kurz darauf. In Mayabeque verloren die landwirtschaftlichen Kooperationen den Großteil ihrer Bananen-, Yucca- und Maisernte. Der restliche Bestand wurde geerntet und kostenlos an die Bevölkerung verteilt. Ähnlich wurde in anderen betroffenen Regionen Kubas verfahren.
Der erste Vizepräsident des Staats- und des Ministerrats Miguel Díaz-Canel Bermúdez koordinierte in Absprache mit regionalen Vertretern die Wiederaufbaumaßnahmen. Auf einer Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates zog Raul Castro Bilanz: 1 738000 Menschen mussten evakuiert werden, darunter 51000 Urlauber. 26000 Menschen sind noch in Evakuierungszen­tren untergebracht. Schwerer Schaden entstand am Wärmekraftwerk Antonio Guiteras in Matanzas. Das Pumpenhaus, in dem der Umlauf des Meerwassers für das Kühlsystem erfolgt, wurde von den Wellen total zerstört. 15 Übertragungsleitungen und mehr als 3 600 Pfosten sowie 2 039 Kilometer Stromleitungen wurden vom Hurrikan zerstört, sowie 90 Erdölbohrtürme an der Küste und im Land.
20400 Bauarbeiter und 855 Baufahrzeuge sind für den Abtransport von Schutt, Reparatur von Straßen, Brücken und Abwasserkanälen sowie für die Instandsetzung von Wohnungen und sozialen Einrichtungen im Einsatz. Der Wiederaufbau funktioniert, da man aus den Erfahrungen, die man in Santiago de Cuba und Guantánamo, die von den Hurrikans Sandy (2012) und Matthew (2016) heimgesucht wurden lernen konnte.

Aufräumarbeiten nach Hurrikan Irma.

Aufräumarbeiten nach Hurrikan Irma.

( Fernando Medina Fernández/Cubahora)

Internationale Hilfe
Hilfssendungen erreichen Kuba aus der ganzen Welt. Mehrere lateinamerikanische Länder sandten Container mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und medizinischen Gütern. Die Regierungen Vietnams und Tschechiens sagten finanzielle Unterstützung zu. Solidaritätsorganisationen aus Südafrika, Paraguay oder Belgien sammeln Spenden für den Wiederaufbau. In Deutschland sammeln die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba e. V. und die Deutsche Kommunistische Partei (DKP).

Beim DKP-Parteivorstand,
GLS-Bank,
BIC: GENODEM1GLS,
IBAN: DE63 4306 0967 4002 4875 01,
Stichwort: Solidarität mit Kuba

kann man für den Wiederaufbau im sozialistischen Kuba spenden.




Warum gibt es
eigentlich Hurrikans?

Hurrikans sind tropische Wirbelstürme mit einer Mindestwindgeschwindigkeit von 64 Knoten (118km/h) im nördlichen Atlantik, einschließlich der Karibik und des Golfs von Mexiko und des Pazifiks. Hurrikans entstehen zwischen Mai und November jedes Jahres in der Passatwindzone zwischen 30° südlicher und nördlicher Breite über dem Wasser des Atlantiks oder östlichen Pazifiks bei einer Wassertemperatur von über 26,5 °C. Das Wasser verdunstet in großen Mengen und steigt auf, es bilden sich große Wolken. Die Kondensation riesiger Wassermassen setzt enorme Mengen Energie frei und die Luft innerhalb der Wolken wird aufgeheizt, dehnt sich aus und steigt mit der noch nicht ausgeregneten Restfeuchtigkeit weiter auf. Über der warmen Meeresoberfläche entsteht ein Unterdruck und aus der Umgebung strömt Luft hinzu und lädt den Hurrikan weiter mit Energie auf. Wenn der Hurrikan auf Land stößt, verliert er rasant an Energie und die Wolken regnen sich sturmartig ab. Gäbe es keine jährlichen Hurrikans im Atlantik, dann wären die großen Ebenen zwischen Rocky Mountains im Westen und den Apalachen im Osten der USA und bis in die kanadischen Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba Wüsten.


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Leserbrief zu »Wiederaufbau funktioniert«, UZ vom 22. September 2017





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