Kultursplitter

|    Ausgabe vom 6. Juli 2018

Erfreut
Nach drei Anläufen nahm die UN-Kulturorganisation Unesco den Naumburger Dom, die Kathedrale in Sachsen-Anhalt, am letzten Sonntag bei ihrer Sitzung in die Liste des Weltkulturerbes auf. Das Welterbekomitee würdigte damit die künstlerischen Qualitäten des Doms, die Einblick in Kunst, Architektur und Technologie seiner Zeit geben. Der Naumburger Dom wurde in der Zeit zwischen 1213 und etwa 1250 errichtet. Er zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters. Weltbekannt ist er für die Arbeiten des sogenannten Naumburger Meisters, der unter anderem die Stifterfiguren wie Uta von Naumburg schuf. Wir wissen wenig von diesem Künstler, die Person hatte hinter dem Werk zurückzustehen, so verlangten es die mittelalterlichen Regeln. Zweimal war die Aufnahme des Naumburger Doms samt der von dieser Zeit geprägten Landschaft an Saale und Unstrut vergeblich beantragt worden. Der Naumburger Dom ist die 44. Unesco-Welterbestätte in Deutschland. Vorher war bereits der Archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk in Schleswig-Holstein in die Welterbeliste aufgenommen worden.

Erbost
Der kanadische Musiker Neil Young, gerne auch eine Rocklegende genannt, hat IT-Konzernen wie Apple und Strea­mingdiensten wie Spotify vorgeworfen, Musik durch schlechte Klangqualität zu ruinieren. „Die Musik ist von monopolistischen Tech-Konzernen kastriert worden“, sagte Young. „Das ist ein Verbrechen gegen die Kunst.“ Er selbst könne sich dort seine Songs nicht anhören, „das macht mich verrückt“, sagte der 72-Jährige. Im vergangenen Jahr hatte Young auf seine Weise auf diese Situation reagiert und sein gesamtes musikalisches Werk als vorerst kostenlosen Stream auf seiner Website veröffentlicht – in weitaus besserer Klangqualität als die Konkurrenz. „Ich wollte zeigen: Wenn ein 72-jähriger kanadischer Hippie das schafft, könnten das doch auch große Konzerne machen“, sagte Young, der mit Songs wie „Heart Of Gold“ und „Rockin‘ In The Free World“ berühmt wurde. Zur Wahrheit gehört, dass die Konzerne, um Kunden zu binden, auf eine hohe Klangqualität verzichten. Ein hörbarer Qualitätsunterschied zwischen komprimierter und verlustfreier Ausgabe ist zweifelsfrei gegeben. Was sie nicht wollen, ist dass die potentiellen Kunden ihr Geld für hochwertiges Zubehör ausgeben, sondern lieber zu ihren billigen Angeboten greifen. Zudem ist zu beachten, dass ein verlustfreier Stream deutlich stärker zu Lasten des Datenverbrauchs geht.

Erfolgreich
Im Ruhrgebiet ist die 18. „Nacht der Industriekultur“ am letzten Wochenende gelaufen. Geschätzte 300 000 Besucher wurden am Samstagabend zu Veranstaltungen hauptsächlich an ehemaligen und aktuellen Industriestandorten gezählt. Es gab 50 Spielorte in 22 Städten. Bis zwei Uhr nachts boten 2 000 Künstler Akrobatik, Lasershows, Konzerte, Lesungen, Mitmach-Aktionen und das obligatorische Feuerwerk im Landschaftspark Duisburg-Nord, ein Highlight der früheren Ruhrindustrie. Als thematischen Schwerpunkt der achtstündigen und knapp 1,5 Millionen Euro teuren „Extraschicht“ hatten die Veranstalter den Ausstieg aus der Kohle formuliert. Ende Dezember schließen in Bottrop und Ibbenbüren (Münsterland) die beiden letzten deutschen Steinkohlezechen. Auf dem Welterbegelände Zollverein in Essen trafen sich rund 2 000 Mitglieder bergmännischer Musik- und Spielmannszüge und von Knappenvereinen. 160 Shutt­lebusse brachten die Besucher zu den Spielstätten. Historische Fahrzeuge aus der Zeit der Großindustrie unterstützten beispielsweise in Dortmund den Shutt­le-Verkehr. Billig für Zuschauer war der Spaß nicht, das Ticket kostete immerhin 20 Euro am Abend trotz finanzkräftiger Sponsoren.Herbert Becker


  Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (redaktion@unsere-zeit.de):

Leserbrief zu Artikel »Kultursplitter«, UZ vom 6. Juli 2018





Wir bitten darum, uns kurze Leserzuschriften zuzusenden. Sie sollten unter der Länge von 1800 Zeichen bleiben. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen und kann nicht versprechen, dass jeder Leserbrief beantwortet oder veröffentlicht wird. Anonyme Leserzuschriften werden in der Regel nicht veröffentlicht.