Sozialdemokratische Hirnvernebelung

Von H. P. Jacobitz, per E-Mail
|    Ausgabe vom 19. Oktober 2018

Dass die Politik der Mehrheitssozialdemokraten während der Novemberrevolution im Jahre 1918 von „Verrätern“ wie Eduard David und Philipp Scheidemann bestimmt worden sei, langt nicht hin zur Erklärung der konterrevolutionären Rolle, welche die MSPD seinerzeit gespielt hat. Herausgearbeitet werden müsste vielmehr, dass es die sozialdemokratische Idealisierung der parlamentarischen Demokratie zur besten aller denkbaren Staatsformen gewesen ist, auf welcher der sozialdemokratische Kampf gegen die Errichtung der sozialistischen Räterepublik basiert hat.
Infolge dieser Staatsfixierung ist die ökonomische Basis ignoriert worden, obgleich die Staatsform als Überbauphänomen durch sie bestimmt wird. Darum hat die Spartakusgruppe um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht die Veränderung der Eigentumsverhältnisse ins Zentrum ihrer Politik gestellt: Vergesellschaftet werden sollten die Produktionsmittel durch Enteignung der kapitalistischen Produktionsmittelbesitzer, so dass auf dieser ökonomischen Basis die sozialistische Räterepublik errichtet werden könne. Dass dieses menschenfreundliche Ziel nicht erreicht werden konnte, hat einen Grund in der sozialdemokratischen Staatsideologie, durch welche die Hirne der meisten Lohnarbeiter vernebelt worden sind.


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