Venezolanische Botschaft angegriffen

|    Ausgabe vom 17. Mai 2019

US-Sicherheitskräfte haben die venezolanische Botschaft in Washington angegriffen. Der 72-jährige Gerry Cordon, Aktivist der „Veterans for peace“ (Veteranen für den Frieden) ist am Donnerstag Abend vergangener Woche von US-Geheimdienst-Mitarbeitern und Polizisten angegriffen, verletzt und verhaftet worden. Er wollte den Mitgliedern einer Gruppe von Verteidigern der venezolanischen Botschaft Lebensmittel in das Gebäude bringen. Nach dem Übergriff stellte die Polizei Strom und Wasser der Botschaft ab und belagert das Gebäude.
Die Verteidiger der Botschaft vom „Embassy Protection Collective“ schützen das Gebäude seit dem 10. April mit der ausdrücklichen Unterstützung der gewählten Regierung Venezuelas und ihres Präsidenten Nicolás Maduro. Sie wollen verhindern, dass die Botschaft in Washington von Unterstützern des Putschisten Juan Guaidó übernommen wird.
Nach den Übergriffen bereitet sich das Kollektiv auf weitere Attacken und auch die Erstürmung der Botschaft durch US-Sicherheitskräfte vor. Am letzten Freitag folgten hunderte Demonstranten ihrem Aufruf, die Botschaft zu schützen. Am Dienstag brachen US-Sicherheitskräfte die Türen zur Botschaft auf, betraten illegal die Botschaft und forderten die Botschaftsschützer auf, freiwillig zu gehen. Das lehnten diese ab. Bei Redaktionsschluss der UZ am Dienstag war noch keine Räumung erfolgt, die Botschaftsschützer kündigten an, weiter vor Ort bleiben zu wollen, um internationales Recht und die Souveränität demokratische gewählter Regierungen zu verteidigen.
Die Botschaft ist venezolanisches Staatsgebiet. Allein die gewählte Regierung ist berechtigt, das dort arbeitende Personal zu bestimmen. Wenn die USA nun durch eine Erstürmung der Botschaft den Weg für die Vertreter des Putschisten Guaidó frei machen, kommt das einem kriegerischen Akt gleich. Ein Botschaftsangestellter kommentierte das Geschehen am Freitag mit den Worten: Hier gehe es nicht allein um Venezuela. „Es geht um internationales Recht und vor allem darum, Hass, Faschismus und weiße Vormachtstellung zu bekämpfen.“ Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, forderte das umgehende Ende der Blockade der Botschaft. „Es kann nicht sein, dass die Versorgung der Botschaft eines souveränen Landes mit Wasser und Lebensmitteln von US-Sicherheitskräften unterbunden wird. Ich gratuliere den Verteidigern der Botschaft zu ihrem Mut und ihrer ungebrochenen Solidarität mit dem venezolanischen Volk.“


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