Arbeit an den Grundschulen ist gut

Diskriminierung von Lehrkräften beenden

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bottrop wollte von Michael Gerber als Kandidat der DKP zur Landtagswahl wissen, wie sich seine Partei zur Arbeitssituation von Lehrerinnen und Lehrern in NRW positioniert.

GEW Bottrop: Wann beabsichtigt Ihre Partei, die gleiche Besoldung aller Lehrämter nach A 13 Z/E zu verwirklichen?

Michael Gerber: Die DKP ist der Auffassung, dass die Besoldung aller Lehrämter nach A 13 Z/E angehoben werden muss. Unserer Meinung nach gibt es keine Rechtfertigung für eine unterschiedliche Einstufung der Eingangsämter. Die pädagogische Arbeit der LehrerInnen an den Grundschulen ist überdurchschnittlich gut und sie ist bisher die einzige gemeinsame Schulform für alle Schülerinnen und Schüler. Die bestehende Diskriminierung der Lehrkräfte an Grundschulen sowie der LehrerInnen der Sekundarstufe I an Haupt- und Realschulen ist umgehend zu beseitigen. Die DKP ist für eine Angleichung der Angestellten-Gehälter an die Beamtenbezüge. Die DKP unterstützt daher die GEW-Kampagne „JA 13!“.

GEW Bottrop: Wird Ihre Partei die bereits im Dienst befindlichen Lehrkräfte mit der früher erforderlichen Ausbildung ebenfalls in A 13 Z/E eingruppieren, da deren Erfahrung in der Praxis dem Wert der jetzigen Ausbildung entspricht?

Michael Gerber: Ja! Lehrkräfte, die vor der Reform des Lehrerausbildungsgesetzes (LABG) 2009 in den Schuldienst übernommen wurden, erbringen die gleiche Leistung und tragen ebenso eine hohe Verantwortung wie LehrerInnen mit einem Abschluss nach der LABG-Reform.

GEW Bottrop: Mit welchen Maßnahmen will Ihre Partei der zunehmenden Arbeitsbelastung der LehrerInnen entgegenwirken, um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen?

Michael Gerber: Die DKP fordert die Einstellung von 10 000 LehrerInnen in NRW. Die DKP ist generell dafür, die Klassengröße auf 18 Schülerinnen und Schüler zu begrenzen. Die Vertretungsreserve ist zu erhöhen. In Inklusionsklassen ist grundsätzlich eine Doppelbesetzung notwendig. Zum Gesundheitsschutz sind präventive Angebote auszuweiten. Die Investitionen in Schulbauten müssen drastisch erhöht werden.

Dabei ist auf die Reduzierung des Lärms durch eine bessere Innenarchitektur zu achten. Lehrkräfte vor der Pensionierung sind zu entlasten. In der letzten Sitzung des Schulausschusses der Stadt hat auf meinen Vorschlag hin der Schulausschuss einstimmig ein Protestschreiben an die Bezirksregierung Münster beschlossen, mit dem gegen die Abordnung von vier GrundschullehrerInnen nach Gelsenkirchen protestiert wird.

Michael Gerber erklärte weiterhin: „Die DKP ist der Auffassung, dass mit Nachdruck die rechtliche und politische Rehabilitierung sowie die finanzielle Kompensation für alle Opfer der Berufsverbotepolitik erreicht werden muss. Die GEW hat dazu auf Landes- und Bundesebene entsprechende Beschlüsse gefasst, die von der DKP unterstützt werden. Der neu gewählte NRW-Landtag sollte ebenso wie der niedersächsische Landtag die Opfer der Berufsverbote rehabilitieren.“

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"Diskriminierung von Lehrkräften beenden", UZ vom 12. Mai 2017



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