Weit mehr als 170.000 Beschäftigte nahmen bereits am 21. September an den Protesten der IG Metall an fast 300 Standorten der Automobilindustrie teil. Ihre unmissverständliche Botschaft Richtung Regierung: Wir haben Angst um unsere Zukunft – tut etwas! Die Reaktion des Kanzlers ähnelte dem des einen Affen aus der japanischen Empfehlung, bei schlechten Nachrichten nichts zu hören.
Vier Tage später: 45.000 Schülerinnen und Schüler verlassen ihre Klassenräume, um auf den Straßen Richtung Regierung zu rufen: Wir wollen nicht für euch da oben in Schützengräben verrecken – nein zur Wehrpflicht! Die Reaktion des Kriegsministers ähnelte dem des zweiten Affen aus dieser Empfehlung: Nichts sehen.
Am nächsten Tag, vergangenen Samstag, gingen in 15 Städten 175.000 Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellte auf die Straße, um sich zu wehren gegen die drohenden Kürzungen im Gesundheitswesen, bei der Rente und der Pflege und gegen die Pläne, die Arbeitszeit zu verlängern. Der Bundesfinanzminister und Vizekanzler, der gegenwärtig das Geld aus diesen Bereichen in die Rüstungskonzerne schaufelt, ähnelt dem dritten Affen: Nichts sagen!
Diese Regierungspolitik „Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“ wird von den NATO-Medien dieses Landes unterstützt. Die „Tagesschau“ etwa berichtete am Samstag erst einmal lang und breit über die Bewerbung Münchens zu den Olympischen Spielen und erklärte dann nach ein paar Bildern von den Demonstrationen ausführlich, warum die Renten unbezahlbar würden. Das Resümee ließ der Regierungssender am Ende einen Unternehmersprecher ziehen, der den Gewerkschaften vorwarf, „von einer Welt von gestern zu träumen“. Die für die politische Meinungsbildung der herrschenden Klasse weiterhin stilbildende FAZ entschied sich, die Massendemonstrationen vom Wochenende in ihrer Montagsausgabe mit keinem Sterbenswörtchen zu erwähnen – nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.
Vermutlich wird das nach dem 3. Oktober so ähnlich sein. Die Blockade der Drei-Affen-Politik kann nur durchbrochen werden, wenn wir, die für Frieden und Sozialstaat kämpfen, noch viel mehr und viel lauter werden – bis diese Sturköpfe von der Bildfläche verschwunden sind und im Lande eine offene Debatte um unsere Zukunft beginnt.

