Heimatschutz

Seit Wochen zerren schwer bewaffnete Personen in Militär-Tarnkleidung Demonstranten in ungekennzeichnete Autos, verschleppen sie an andere Orte, durchsuchen sie, halten sie eine Zeitlang fest. Ein 26-Jähriger wurde durch einen Kopfschuss der Tarnkleidungsträger schwer verletzt. Mütter sehen sich gezwungen, nur notdürftig mit Fahrradhelmen geschützt, Ketten um ihre demonstrierenden Kinder zu bilden, um sie vor dem wütenden Mob zu beschützen. Chad Wolf, der kommissarische Heimatschutz-Minister der Trump-Regierung, verkündete, Portland / Oregon befinde sich „unter Belagerung“.

Das stimmt, und Trumps und Wolfs anonym agierende Bundeseinheiten sind die Besatzungstruppen. Portlands Bürgermeister verlangt den Abzug der Truppen, die Generalstaatsanwältin von Oregon reichte Klage gegen das Heimatschutzministerium ein. Und Trump? Verkündet, wohin die Besatzer als nächstes ziehen: „Wir beobachten auch Chicago und New York.“

  • Aktuelle Beiträge
Über den Autor

Melina Deymann, geboren 1979, studierte Theaterwissenschaft und Anglistik und machte im Anschluss eine Ausbildung als Buchhändlerin. Dem Traumberuf machte der Aufstieg eines Online-Monopolisten ein jähes Ende. Der UZ kam es zugute.

Melina Deymann ist seit 2017 bei der Zeitung der DKP tätig, zuerst als Volontärin, heute als Redakteurin für internationale Politik und als Chefin vom Dienst. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bei der Arbeit für die „Position“, dem Magazin der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend.

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"Heimatschutz", UZ vom 24. Juli 2020



    Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Stern aus.

    Vorherige

    Maas bleibt standhaft

    „Nur großer Druck wird Julian Assange retten können“

    Nächste