Krokodilgräben

„Gericht stoppt Pläne für Krokodilgräben um Gefängnisse mit Palästinensern“, verliest am Montagnachmittag ein Nachrichtensprecher im „Deutschlandfunk“. Endlich, könnte man denken, wird in Israel wenigstens ein Hauch an Rechtsstaatlichkeit demonstriert und ein ganz kleines bisschen Humanität an den Tag gelegt. Selbst das Bezirksgericht Jerusalem findet also, dass der Plan von Itamar Ben-Gvir nicht okay ist und stoppt die Bauarbeiten für das Pilotprojekt um das Ktzi’ot-Gefängnis in der Negevwüste. Bei den Plänen des Sicherheitsministers ging es explizit um Gefängnisse, in denen palästinensische „Sicherheitshäftlinge“ sowie während des Kriegs gegen Gaza festgenommene Palästinenser inhaftiert sind, die Mehrzahl von ihnen in „administrativer Haft“, also ohne Gerichtsverfahren, ohne Anklage, ohne Verteidigung. Doch dem Jerusalemer Gericht geht es nicht um die willkürlich inhaftierten Palästinenser. Sondern um die Krokodile. Die Klage kam nicht etwa von einer Menschenrechts-, sondern von einer Tierschutzorganisation. Ein möglicher Schaden sei für die Tiere zu befürchten, wenn sie als vielzähnige Gefängniswärter eingesetzt würden, befand der Richter. Man stelle sich vor, kein Palästinenser versucht auszubrechen – da würden die Krokodile ja hungern.

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"Krokodilgräben", UZ vom 7. August 2026



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