Beschäftigte im öffentlichen Dienst machen Druck für ihre Forderungen in der Tarifrunde

Streiken für 200 Euro mindestens

Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe der UZ am 10. April 2018 streiken in allen Bundesländern Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst. Betroffen sind alle Bereiche des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen. Der Frankfurter Flughafen ist dicht.  Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) weitet die Warnstreiks im öffentlichen Dienst vor der dritten Verhandlungsrunde am 15. und 16. April massiv aus.

Auch in zahlreichen anderen Bereichen und Dienststellen des öffentlichen Dienstes sind vom 10. bis zum 13. April massive Streiks geplant, so in Nordrhein-Westfalen, wo ebenfalls am Dienstag unter anderem der Nahverkehr bestreikt wird, ebenso der gesamte Bereich der kommunalen Betriebe (z. B. Stadtverwaltung, Versorgungsbetriebe, Kitas etc.) sowie Bundeseinrichtungen wie Wasserschifffahrtsämter und Job Center.

Im ver.di-Bezirk Südhessen gibt es schon seit fast zehn Jahren gemeinsame jährliche Treffen der Arbeitskampfverantwortlichen der verschiedenen Fachbereiche. Dort wird darüber gesprochen, wie sich die Fachbereiche – ob Banken und Finanzdienstleistungen, Post, Telekom, Ver- und Entsorgung, Gesundheit und Soziale Dienste, Bildung, Medien, das Sicherheitsgewerbe oder die großen Bereiche des Öffentlichen Dienstes – gegenseitig bei Arbeitskämpfen und Auseinandersetzungen unterstützen können. So gab es schon gegenseitige Unterstützung beim Kampf um die Arbeitsplätze der Schlecker-Beschäftigten, gegen die Tarifflucht der Druckereien des Darmstädter Echos oder gegen die versuchte Tarifflucht im Einzelhandel. Und es gab schon einmal einen gemeinsamen Streiktag der Beschäftigten bei der Telekom und des öffentlichen Dienstes vor mehreren Jahren.

In der aktuellen Tarifrunde ist es erneut gelungen, einen gemeinsamen Streiktag mit Demonstrationen und Kundgebungen zu organisieren. Fast 4 000 Beschäftigte der Telekom und des Öffentlichen Dienstes werden am 11. April (nach Redaktionsschluss) in Darmstadt, für ihre Tarifforderung streiken und demonstrieren. Als besonderes Highlight sind die Aktionen der Jugendlichen geplant. Beim Tag der Jugend sollen vor allem deren Forderungen in den Mittelpunkt gestellt werden. Dazu werden die Jugend-Vertrauensleute mit pfiffigen Aktionen und schauspielerischen Einlagen die Demonstration begleiten und auflockern.

Die UZ hatte die Möglichkeit, mit Kolleginnen und Kollegen, die maßgeblich an Vorbereitung und Organisation beteiligt waren, zu sprechen. Die Gespräche führten Yvonne Schuld und Gerhard Ziegler.

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"Streiken für 200 Euro mindestens", UZ vom 13. April 2018



Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Stern aus.

Vorherige

Heißer Herbst für Drucker

1818 – Karl Marx – 2018

Nächste

Das könnte sie auch interessieren