Winfried Kretschmann

Am Sonntag wird er wohl von denjenigen, die sich noch etwas vom Kapitalismus erhoffen, wieder gewählt. Das wäre dann die dritte Amtszeit für Winfried Kretschmann, den ersten Ministerpräsidenten der Partei, die sich die Farbe Grün ausgesucht hat. Vor zehn Jahren löste er die bis dahin regierende CDU in Baden-Württemberg ab – getragen von der Bewegung gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ und durch die Anti-Atom-Stimmung in Folge der Fukushima-Katastrophe. Seitdem gefällt sich der Ex-Maoist und bekennende Katholik in der Rolle des freundlich-schwäbelnden Landesvaters. Betrieben hat er konservative Politik im Auftrag der Monopole – postmodern verklärt mit Vielfalt, Bio und Klima. Dazu passt sein inhaltsleerer Wahlkampf: „Er weiß, was wir können“, „Bewahren heißt verändern“ oder einfach „Sie kennen mich“. Ja, die Arbeiterklasse im Ländle hat ihn zur Genüge kennen gelernt. Wäre sie sich ihrer selbst bewusst, würde sie ihn zum Teufel jagen. Bis dahin kann sie zumindest im Wahlkreis Heidenheim mit Reinhard Püschel einen Kommunisten wählen.

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Über den Autor

Björn Blach, geboren 1976, ist als freier Mitarbeiter seit 2019 für die Rubrik Theorie und Geschichte zuständig. Er gehörte 1997 zu den Absolventen der ersten, zwei-wöchigen Grundlagenschulung der DKP nach der Konterrevolution. In der Bundesgeschäftsführung der SDAJ leitete er die Bildungsarbeit. 2015 wurde er zum Bezirksvorsitzenden der DKP in Baden-Württemberg gewählt.

Hauptberuflich arbeitet er als Sozialpädagoge in der stationären Jugendhilfe.

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"Winfried Kretschmann", UZ vom 12. März 2021



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