Werkstatt für Rosa

Praktische Hilfe für das Solidaritätsprojekt „Rosa-Luxemburg-Klinik“ in Kuba
Von Hannes Schinder
|    Ausgabe vom 27. Januar 2017
Die Rosa-Luxemburg-Klinik ist ein Solidaritätsprojekt der DKP (Foto: Ulrich Peetzen)
Die Rosa-Luxemburg-Klinik ist ein Solidaritätsprojekt der DKP (Foto: Ulrich Peetzen)

Zu den Soliprojekten der DKP in Kuba zählen mehrere medizinische Einrichtungen, neben anderen die Familienarztpraxis „Tamara Bunke“ in Matanzas und die „Rosa Luxemburgo“ in Cárdenas. Die Projekte wurden gemeinsam von BrigadistInnen der DKP und Kubanern errichtet. Doch sie wollen auch erhalten werden. Deshalb sammelte Uli Peetzen zu seinem 50. Geburtstag Geld, um die Therapiemöglichkeiten in der Rosa-Luxemburg-Klinik zu erhalten und zu erweitern. Die gesammelte Summe stockte er auf 3 000 Euro auf, die er 2014 bei einer Kubareise der Klinik übergab.
Damals reiste er gemeinsam mit seiner Frau Pascale Stangnier nach Kuba, um dort mit einem gemieteten Bus und Fahrrädern herumzureisen. Als sie das Geld der Klinik übergaben, stellten sie fest, in welch schlechtem Zustand die medizinischen Geräte und das Gebäude waren. Durch die salzhaltige Karibikluft bröckelt schnell der Putz von den Wänden und die Geräte waren durch den häufigen Gebrauch teilweise beschädigt.
Bei der Besichtigung fiel ihnen auch auf, mit welch einfachen Mitteln Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. „Da laufen Männer mit einem Stück Metall herum und benutzen das eine Ende als Messer und das andere als Schraubenzieher“ beschreibt Uli die Situation in der Klinik. Und meint weiter „durch die wirtschaftliche Situation, verursacht durch die Blockade, gibt es kaum Werkzeug in Kuba“.
Das fiel ihnen besonders auf, als sie versuchten ein Fahrradschloss für ihre Fahrräder zu kaufen. „Wir haben nur versucht, eine Kette und ein einfaches Vorhängeschloss zu bekommen. Das war fast unmöglich.“ Daher überlegten sie, wie man der Kinderklinik weiterhelfen könnte. Ihnen kam der Gedanke, dass in Deutschland viele Menschen Werkzeug „doppelt und dreifach besitzen“, das sie oft gar nicht benötigen. Warum sollte man das nicht nach Kuba schicken, um die Möglichkeit der Selbsthilfe zu bieten?
Dem Ehepaar kam die Idee eines Containers, der als Werkstatt ausgebaut und mit Werkzeug bestückt wird. So arbeitet Uli auch in seinem Betrieb. Da sie viel auf Messen beschäftigt sind, haben sie sich einen Container ausgebaut, den sie als mobile Werkstatt verwenden. Dies ist auch der Plan für Matanzas.
Uli hat einen Container gekauft und stellte diesen beim letzten Pressefest auf. In Dortmund waren die Wände noch mit einer Fotoleinwand beklebt, damit sich Interessierte vorstellen konnten, wie das Innere des Containers später aussehen soll. Dabei wurde auch um Spenden gebeten.
Bisher sei die Spendensituation nicht so gut. Denn es fehlen funktionsfähiges Werkzeug und auch größere Geräte, wie eine Werk- oder Hobelbank. Im März würde Uli gerne mit dem Ausbau des Containers beginnen, damit dieser dann im Mai verschifft werden kann. Um den Ausbau durchzuführen muss er jedoch wissen, welches Werkzeug vorliegt. Daher bittet er Interessierte, Kontakt mit ihm aufzunehmen (siehe Kasten). Dabei geht es nicht nur um Sach-, sondern auch um Geldspenden. Denn auch der Ausbau und die Verschiffung kosten Geld. Uli weist darauf hin, dass man Werkzeuge auch per Post versenden kann, „ein Paket bis 20 kg kann man für unter 10 Euro innerhalb Deutschlands verschicken“. Und größeres Gerät kann man per Spedition kostengünstig abholen und liefern lassen. Das würde Uli auch organisieren. Pascale erklärt das so, dass man es „den Leuten so einfach wie möglich machen muss“, damit der Container mit gespendetem Werkzeug gefüllt werden kann.


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Leserbrief zu »Werkstatt für Rosa«, UZ vom 27. Januar 2017





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