Bereits zum dritten Mal verweigern zehntausende Schülerinnen und Schüler den Unterricht, um gegen die Wehrpflicht zu protestieren. Sie tun es dieses Mal am 8. Mai, dem 81. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg.
„Boris Pistorius hat mit der Vorstellung der Militärstrategie klar gemacht, worum es hier geht. Es wird ein Krieg vorbereitet, für den über 460.000 junge Menschen im Schützengraben ihr Leben aufs Spiel setzen sollen“, erklärt Hannes Kramer, Pressesprecher von „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. Was das bedeute, habe der Zweite Weltkrieg gezeigt. Lisa, eine Schülerin aus Itzehoe, die am 8. Mai dabei ist, ergänzt: „Währenddessen fehlt das Geld bei uns – marode Schulen, Jugendarbeitslosigkeit – und nun sollen meine Freunde zur Musterung und potenziell in die Kaserne gezwungen werden? Merz, Leck Eier!“
Berliner Polizei auch. Erneut sind in Berlin am Jahrestag der Befreiung und dem Jahrestag des Sieges am 9. Mai russische und sowjetische Symbole per Allgemeinverfügung untersagt. Seit 2023 ist es verboten, an diesen Tagen an den sowjetischen Ehrenmalen beispielsweise die Sowjetfahne oder das Sankt-Georgs-Band zu zeigen. Auch das Abspielen und Singen russischer beziehungsweise sowjetischer Lieder wie „Katjuscha“ wurde untersagt – zum „Schutz der öffentlichen Sicherheit“. Es kam in den vergangenen Jahren zu unwürdigen Durchsuchungen und Übergriffen – aber am Ende ließ und lässt sich die Danksagung an die Befreierinnen und Befreier nicht verbieten.
Gegen die Schikanen hilft es vor allem, mit möglichst vielen Menschen den 8. und 9. Mai zu begehen – erst bei den Schulstreiks gegen Wehrpflicht, dann an den antifaschistischen Gedenkstätten.
Die DKP Berlin lädt am 8. Mai ab 16 Uhr zu einer Kundgebung in Karlshorst (Zwieseler Straße 4/ Rheinsteinstraße), dem Ort der Kapitulation. Es sprechen Sevim Dagdelen, BSW, Anja Mewes, Friedensglockengesellschaft, Thomas Geggel, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, und Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP. Dazu gibt es russische Musik. Am 9. Mai ist die DKP mit einer Kundgebung von 9 bis 16 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park (Rondell Mutter Heimat).








