Zuspitzung in Fernost

Pjöngjang testet Wasserstoffbombe
Von ZLV
|    Ausgabe vom 8. September 2017

Nordkorea hat am Sonntag seinen bislang stärksten Atomtest vorgenommen und dabei nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet, die als Sprengkopf für seine Interkontinentalraketen dienen soll. Eine Bestätigung, dass es sich bei dem Test tatsächlich um die Detonation einer Wasserstoffbombe gehandelt hat, gab es zunächst nicht. Experten in mehreren Ländern hielten dies aber angesichts der von Erdbebenwarten gemessenen Erschütterung in einer Stärke von 6,3 für wahrscheinlich.
Pjöngjang hatte im Juli zwei Langstreckenraketen gestartet, die von nordkoreanischen Medien als Interkontinentalraketen bezeichnet wurden, in Wirklichkeit jedoch nicht 10 000 Kilometer geflogen sind. Die USA und westliche Medien behaupten dennoch, dass Nordkorea mit diesen Raketen ganz Asien und weite Teile des US-Festlands erreichen könnten. Die neue Bombe soll für diese bestimmt sein. Nach offizieller Darstellung dient das Rüstungsprogramm dazu, eine Aggression der USA abzuwehren.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die internationale Gemeinschaft zu Besonnenheit im Umgang mit Pjöngjang aufgerufen. Nach ihren ersten Gesprächen forderten Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping, „angemessen“ mit dem Atomtest umzugehen. Beide bekräftigten das Ziel einer koreanischen Halbinsel ohne Atomwaffen und wollen ihr Vorgehen koordinieren. Das Pekinger Außenministerium erklärte, Nordkorea solle aufhören, „falsche Aktionen zu unternehmen, die die Situation verschlimmern“.
US-Kriegsminister James Mattis bevorzugte hingegen ein Schüren des Konflikts. Er drohte Nordkorea eine „massive militärische Antwort“ für den Fall einer „Bedrohung der USA und deren Verbündeter“ an. Er fügte hinzu, dass die Trump-Regierung nicht die „totale Vernichtung“ irgendeines Landes anstrebe, namentlich Nordkorea. Aber die USA hätten „viele Optionen, dies zu tun“.
Der USA-Präsident wollte mit seinem Sicherheitsteam über Konsequenzen beraten. Die USA erwägen seinen Angaben nach auch einen Handelsstopp mit allen Ländern, die noch Geschäfte mit Nordkorea betreiben. Auf Twitter bezeichnete Trump Nordkorea als „Schurkenstaat“, der eine Bedrohung für die USA darstelle.


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Leserbrief zu »Zuspitzung in Fernost«, UZ vom 8. September 2017





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