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2 : 1 für Schalke

Karl Rehnagel darf es sagen
|    Ausgabe vom 9. August 2019

Norbert Dickel ist Stadionsprecher des BVB und Kommentator im BVB-Netradio. Er und sein Mikrofonpartner Patrick Owomoyela leisteten sich von Beginn an und über die gesamte Spielzeit hinweg den vermeintlichen Spaß, sich über die Namen der italienischen Spieler lustig zu machen. Dieser Humor auf dem Niveau von Grundschülern wäre vielleicht noch hinzunehmen gewesen, aber dabei bezeichnete Dickel die gegnerischen Akteure gleich mehrfach als „Itaker“. Der Gipfel der Geschmacklosigkeit war gegen Ende der Partie dann eine peinliche Hitler-Imitation von Patrick Owomoyela, der mit entsprechender Stimme etwas von „großen Schlachten, die hier geschlagen wurden“ faselte. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!
Clemens Tönnies ist Miteigentümer der Unternehmensgruppe Tönnies Lebensmittel, sie ist einer der größten Fleischproduzenten Europas. Tönnies ist Alleineigentümer der Zur-Mühlen-Gruppe und seit 2001 Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04. Beim traditionellen „Tag des Handwerks“ vor knapp 1 600 Gästen gab Tönnies in der Diskussion um „Wege, den Klimalwandel zu bremsen“ Bemerkenswertes von sich: Man solle jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, „… dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“. Reaktion aus dem Saal: Erst eine kleine Irritation und dann doch Beifall. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!
Eigentore zählen genauso wie „normale“ Tore. Wenn aber der oberste Boss und Geldgeber eines Bundesligavereins solche Sprüche von sich gibt, zählen sie doppelt, denn so jemand steht voll in der Öffentlichkeit. Also steht es im Revierderby des Rassistischen-Kackscheiße-Redens 2 : 1 für Schalke. Dass es im Jahr 2019 möglich ist, dass solche Menschen in gehobenen Positionen solche Sätze von sich geben dürfen, finde ich unerträglich, widerlich, zum Kotzen. Für mich seid ihr einfach nur dumme, rechte Scheiße. Punkt. Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!


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