Die Vorzüge des ­Simulators

„Ein Blick über den Tellerrand hinaus.“ So liest es sich, wenn die Bundeswehr die Presse auf Krieg vorbereitet. 21 Journalistinnen und Journalisten der „Mainpost-Mediengruppe“ aus Würzburg durften bei einem Besuch der Bundeswehr in Hammelburg am Simulator schießen. Auf was, sagt die Truppe nicht. Dafür erklärte sie die Vorzüge des ­Simulators: Jeder Schuss könne genau ausgewertet werden. „Wie hat sich das Zielen gestaltet, wurde die Waffe schräg gehalten oder der Abzug durchgerissen?“ Wie schön, wenn Journalistinnen und Journalisten endlich etwas vom Schießen verstehen. Dann kann man gleich viel besser über die Bundeswehr berichten. Etwa über die Folgen von Schießen und Beschossenwerden. Ob die Frage gestellt wurde, wie sich ein Bauchschuss wohl anfühlt? Oder wie die seelischen Folgen von Kriegseinsätzen sind? Und was die Kameraden mit ihrem Leben noch anfangen können, wenn sie sich eine Traumatisierung eingehandelt haben?

Gab es Informationen über die Aufarbeitung der zahlreichen Skandale in der Kaserne Hammelburg? 1997 etwa tauchten Videos mit nachgestellten Hinrichtungen und Vergewaltigungen auf, die während der Vorbereitungen auf einen „Auslandseinsatz“ der Bundeswehr gedreht wurden. 2017 berichtete die „Mainpost“ über den Versuch des Verteidigungsministeriums, allzu offensichtliche Traditionslinien zwischen Bundeswehr und faschistischer Wehrmacht zu beseitigen. Doch die Adresse der Kaserne ist geblieben: Rommelstraße 31.

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"Die Vorzüge des ­Simulators", UZ vom 25. September 2026



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