dju: Journalisten verdienen mehr

Die Deutsche Journalistinnen und Journalisten-Union (dju) in ver.di fordert für die rund 14 000 Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten, fest angestellte wie freie fünf Prozent mehr Geld. Ab Januar 2016 muss über Tariferhöhungen verhandelt werden, die dann ab Jahresbeginn wirksam werden. Journalistinnen und Journalisten hatten jahrelang Lohnverzicht und Abstriche im Manteltarifvertrag hingenommen.

Vor allem der Nachwuchs in den Redaktionen soll mit einer Mindesterhöhung von 200 Euro spürbar mehr verdienen. Außerdem seien die Honorare und Pauschalen für freie Zeitungsjournalisten zu erhöhen, forderte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. „Professionelle Leistungen von Freien sind für Zeitungen unverzichtbar, daher dürfen die Journalisten bei den Einkommen nicht den Anschluss verlieren“.

Auf die Forderungen und Anfragen zur Verhandlungsaufnahme hat der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) zunächst abwiegelnd reagiert. Vor Anfang Februar sei kein Verhandlungsbeginn möglich. „Ganz offensichtlich versuchen die Zeitungsverleger auf Zeit zu spielen und die von den Zeitungsjournalisten zu recht erwarteten Tariferhöhungen hinaus zu zögern. Gerade bei den tagtäglich unter Hochdruck arbeitenden Zeitungsjournalisten dürfte es für die Gemächlichkeit der Verhandler im BDZV wenig Verständnis geben“, sagte Werneke.

Die Zeitungsbranche stöhnt seit Jahren über sinkende Zahlen bei Abonnements und bei den Werbeeinnahmen. Auch mit Online-Publikationen verdienen die meisten Verlage kein oder kaum Geld, selbst wenn kaum noch eigene Inhalte produziert werden.

Durchgesetzt hat sich dagegen die Verkleinerung und Zusammenlegung von Redaktionen. So erscheinen Zeitungstitel teilweise nur noch mit unterschiedlichen Namen, während weite Teile des redaktionellen Teils identisch sind und zu einem großen Teil aus Agenturmeldungen bestehen.

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"dju: Journalisten verdienen mehr", UZ vom 8. Januar 2016



    Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Baum aus.

    Vorherige

    „Bitte setzt meinen Papa nicht auf die Straße“

    Schwarze Zahlen für eine rote Politik

    Nächste