Rüstungsstadt ­Osnabrück

Volkswagen meldet Vollzug: Nachdem die Beschäftigten des VW-Werks in Osnabrück eine jahrelange Hängepartie durchmachen mussten, ob und wie es nach dem Auslaufen der Produktion des T-Roc Cabrios im Sommer 2027 weitergehen wird, ist nun eine vorläufige Einigung erzielt. Der Konzernvorstand hatte zuvor mehrfach sehr deutlich gemacht, dass er das vergleichsweise kleine Werk loswerden will. Das scheint nun zu gelingen: Laut Berichten des NDR wollen das Land Niedersachsen und der Finanzinvestor Aurelius Capital, eine internationale Investmentgesellschaft mit Hauptsitz in Israel, das VW-Werk in Osnabrück kaufen und zu „einem Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen“ machen. Das bedeutet, dass dort in Zukunft Rüstungsteile für Israel produziert werden sollen – in Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems.

Rafael-Chef Yoav Tourgeman sagte laut „Spiegel online“, dass es langfristig um eine industrielle Partnerschaft gehe, um israelische Waffentechnik auch in Deutschland einzuführen. Rafael produziert unter anderem das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“.

Am Standort Osnabrück arbeiten laut VW-Betriebsrat noch rund 1.800 Menschen. Für etwa 1.400 von ihnen soll es durch den Rüstungsdeal weitergehen – vorerst. Die Beschäftigungssicherung gilt bis Ende 2029. Die IG Metall sieht‘s positiv: „Wir haben einen wichtigen Meilenstein für unsere Kolleginnen und Kollegen in Osnabrück erreicht“, wird Daniela Cavallo, Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG, vom NDR zitiert. Und Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall, sagte, dass die „industrielle Perspektive für Osnabrück und die Region (…) vor allem Sicherheit für die Beschäftigten und ihre Familien“ bedeute. Ganz wollte sie Volkswagen jedoch noch nicht aus der Verantwortung entlassen. Es bleibe die Aufgabe, „auch für die verbleibenden Beschäftigten verlässliche Zukunftsperspektiven zu schaffen“.

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"Rüstungsstadt ­Osnabrück", UZ vom 11. September 2026



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