Bahner in Österreich fordern 500 Euro monatlich mehr

„Löhne müssen steigen“

„Wir fordern für die Beschäftigten in Eisenbahnberufen +500 Euro im Monat auf Tarif- und Ist-Löhne“. Die österreichische „Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft“ (vida) hat am 23. September diese Gehaltsforderung für die EisenbahnerInnen an den Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) übergeben. Aufgrund der seit Monaten massiv erhöhten Energie-, Treibstoff- und Konsumpreise werden im Herbst vorgezogene Lohnverhandlungen für die 50.000 Beschäftigten in den Eisenbahnberufen gefordert. Zudem verlangt die Gewerkschaft eine Erhöhung der Zulagen, um die „rollierende“ Inflation sowie ein Plus von 250 Euro im Monat auf die Lehrlingseinkommen. Als rollierende Inflation wird die durchschnittliche Inflation der vergangenen 12 Monate bezeichnet. Traditionell ist diese vergangene Inflation in Österreich die Verhandlungsgrundlage. Sie lag im August bei 6,3 Prozent.

Zur Untermauerung der Gehaltsforderung wurde dem Fachverband ein Warenkorb mit Lebensmitteln und Waren für den täglichen Bedarf, deren Preise massiv gesteigert wurden, überreicht. Mehl und Teigwaren wurden um 127 beziehungsweise 79 Prozent erhöht. Bei Butter sind es 76 Prozent und Shampoo kostet jetzt 36 Prozent mehr.
Schon während der „Preise runter!“-Demos in allen Bundesländern in der vorvergangenen Woche hatte Roman Hebenstreit, der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, in der auch die Eisenbahner organisiert sind, auf der Kundgebung vorgezogene Sondertarifverhandlungen gefordert: „Die Löhne müssen jetzt steigen, denn die Beschäftigten müssen mit ihren Einkommen gut auskommen und leben können.“ Es werde an den Sozialpartnern liegen, einen Rettungsschirm zu öffnen. Übergewinnsteuern sollten Maßnahmen gegen die Teuerungfinanzieren. Die Anteile am Unternehmen werden zu 100 Prozent von der Republik Österreich gehalten. In Innsbruck auf der dortigen Kundgebung forderte Hebenstreit: „Bei den aktuellen Preisentwicklungen muss man möglichst alle sechs Monate über den Lohn verhandeln und nicht nur einmal im Jahr.“

Günter Blumthaler, Vorsitzender vida-Fachbereich Eisenbahn und Leiter des vida-Verhandlungsteams, ergänzte: „Wir müssen sicherstellen, dass alle Beschäftigten von ihrer Arbeit leben können und niemand einen Reallohnverlust erleidet. Da die Branche nach den Corona-Jahren wieder volle Fahrt aufgenommen hat und die Zahlen entsprechend steil nach oben zeigen, muss auch die gestiegene Produktivität entsprechend in den Verhandlungen berücksichtigt werden.“

Der Gewerkschaftliche Linksblock unterstützt diese Forderung natürlich.

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"„Löhne müssen steigen“", UZ vom 30. September 2022



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