Kämpferische Gewerkschafter beraten in Frankfurt

Thema Streik

Gut hundert linke Gewerkschaftsaktivisten aus circa 25 Städten waren am vergangenen Wochenende zur Konferenz der „Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften“ (VKG) nach Frankfurt gekommen. In den zwei Tagen wurde von gewerkschaftlichen Kämpfen berichtet und lebhaft diskutiert. Thema waren die Streiks der Hafenarbeiter und Krankenhausbeschäftigten, Kurzberichte von Streiks unter anderem in Großbritannien und Frankreich sowie Debatten um die anstehenden Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie und im Öffentlichen Dienst (Bericht in der nächsten UZ).

Die Bilanz von zweieinhalb Jahren Aufbauarbeit der VKG habe gezeigt, dass ihr Einfluss gestiegen sei, so die Veranstalter. Homepage, Newsletter und eigene Stellungnahmen hätten das Profil geschärft und dieses bekannter gemacht. Über die praktische Arbeit ihrer Ortsgruppen sei die örtliche Gewerkschaftsbewegung gestärkt worden. Der neu gewählte Koordinierungskreis sei verstärkt und breiter aufgestellt worden. Außer Mitgliedern der IG Metall und ver.di sind nun auch Mitglieder aus EVG, GEW und IG BCE vertreten sowie Aktivisten aus verschiedenen Streikbewegungen und zusätzliche linke politische Organisationen. Durch all dies gewinne die Vernetzung an Vielfalt, Kraft und Handlungsfähigkeit.


„Gegenwehr organisieren!“

Die VKG-Strategiekonferenz verabschiedete die Erklärung „Nein zu Preisexplosion und Lohnverlusten: Die Gewerkschaften müssen die Gegenwehr organisieren!“, die wir in Auszügen dokumentieren.
Die Inflation hat nicht gekannte Ausmaße erreicht. Die ersten Immobilienkonzerne haben die Warmmieten erhöht. 16 Prozent der Bevölkerung verzichten bereits auf eine Mahlzeit am Tag. Viele Konzerne machen weiter Rekordprofite, deren Bosse kassieren Millionen. Die Masse der Lohnabhängigen wird zum Verzicht aufgefordert, dafür wird sogar das Märchen von der Lohn-Preis-Spirale ausgepackt. Aber selten war so klar wie heute, dass es politische Entscheidungen, Aufrüstung, Krieg und die Zuspitzung zwischen den Großmächten sind, die die Krise befeuern.

Wir fordern die Gewerkschaftsvorstände auf, jetzt in den Betrieben und auf der Straße zu mobilisieren, um eine breite Bewegung aufzubauen. Die Beteiligung an der konzertierten Aktion mit Regierung und Unternehmern muss beendet werden.

Die anstehenden Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie sowie später in Bund und Kommunen bieten die Möglichkeit, gegen die drohenden Reallohnverluste zu kämpfen. Die Frage des Kampfes gegen die Teuerung dürfen wir nicht den Rechten überlassen. (…)
Wo Tarifverträge noch lange laufen, müssen jetzt Nachschläge gefordert werden. (…)

In allen Betrieben sollten jetzt Versammlungen stattfinden und für gemeinsame Proteste und eine bundesweite Demonstration mobilisiert werden. Tarifrunden sollten koordiniert werden, so dass gemeinsame Streikdemonstrationen stattfinden können. Eine solche Bewegung, hin zu gemeinsamen Streiks, ist nötig.

Diese Bewegung kann und soll auch alle einbeziehen, die nicht tariflich bezahlt werden, ebenso Rentner*innen und Beschäftigungslose. Die Preisexplosionen treffen sie oft mit besonderer Härte! (…)

Mehr unter: vernetzung.org

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"Thema Streik", UZ vom 14. Oktober 2022



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