Hans Bauer zu Frieden mit Russland und China – Gegen deutsche Konfrontationspolitik

Was die Geschichte lehrt

Nur noch wenige Wochen trennen uns von geschichtsträchtigen Tagen, dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus am 8. Mai, dem 80. Jahrestag des faschistischen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni. Für die fortschrittliche Bevölkerung in ganz Deutschland Anlass, vor allem den Völkern der Sowjetunion für ihren heroischen Kampf gegen die Nazihorden zu danken. Mit etwa 27 Millionen Toten, davon fast die Hälfte Zivilisten, und einem verwüsteten Land hatte die Sowjet­union die größten Opfer zu beklagen. Die Rote Armee hat den Kampf nicht nur zur Befreiung des eigenen Landes geführt, sondern in der Antihitlerkoalition den entscheidenden Beitrag zur Niederlage des Faschismus weltweit geleistet.

In der DDR war Zeit ihres Bestehens die Erinnerung an diese Befreiungstat unvergessen. Der 8. Mai war nicht nur Gedenktag, Dankbarkeit gegenüber den Völkern der Sowjetunion war in der Bevölkerung tief verwurzelt. Ja, es war auch Staatsdoktrin, weil die Geschichte lehrte, friedliche Beziehungen zu den Völkern des Ostens sind unabdingbar für Frieden in Europa. Und schließlich stand die Sowjetunion an der Wiege der DDR, war für viele Jahre Garant für den Schutz unseres Landes und Erfahrungsquelle für einen sozialistischen Weg.

Ich erinnere mich an das Wirken der „Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische-Freundschaft“, an Begegnungen mit Sowjetbürgern, an Reisen in die Sowjetunion, Ausbildungen an dortigen Bildungseinrichtungen, berufliche Erfahrungsaustausche. Vor allem junge Menschen arbeiteten begeistert an der Erdgastrasse „Sojus“, einem Zentralen Jugendobjekt der DDR in Sibirien. Unzählige Erlebnisse und Erfahrungen verinnerlichten ein tiefes Verständnis für die Mentalität und die Friedenssehnsucht dieser Völker.

Inzwischen sind mehr als 30 Jahre seit der Annexion der DDR vergangen. Die Konterrevolution hat nicht nur die DDR zerstört, ihre Folgen erweisen sich heute als katastrophal für die Beziehungen zur Russischen Föderation. Wie zu Zeiten der alten BRD unter Adenauer sucht Deutschland die Konfrontation mit Russland. In seinem Drang nach Weltmacht beteiligt sich das imperialistische Deutschland an Kriegen und unterstützt die Zerstörung anderer Länder durch „bunte Revolutionen“. In der aggressiven Politik von NATO und EU steht es an vorderster Stelle. Besonders Russland und China, die imperialistischen Interventen Paroli bieten, sind im Visier. Die BRD forciert Sanktionen, abhängige Medien hetzen gegen beide Staaten. Bei Russlands militärischer Einkreisung durch NATO-Truppen spielt Deutschland als Drehscheibe eine entscheidende Rolle. Die Beziehungen Deutschland-Russland sind auf einem Tiefpunkt.

Der größte Teil der Menschen hierzulande fordert friedliche Beziehungen zu anderen Völkern. Er ist gegen Aufrüstung und Wirtschaftssanktionen. Bei vielen ehemaligen DDR-Bürgerinnen und -Bürgern ist freundschaftliche Verbundenheit zu Russen und Chinesen traditionell ungebrochen.

Unsere Verantwortung als Kommunistinnen und Kommunisten ist es, über den gegenwärtigen Kriegskurs aufzuklären und zur Stärkung der Friedensbewegung beizutragen. Beziehen wir klare Positionen gegen Auffassungen einer Äquidistanz, wie wir sie bei Teilen der Friedensbewegung und Linken finden. Nutzen wir auch unter Bedingungen der Corona-Pandemie die Ostermärsche und Gedenktage zum Widerstand gegen neue Kriegsabenteuer Deutschlands und fordern Frieden und Freundschaft mit Russland und China.

Hans Bauer ist Vorsitzender der Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung (GRH) und parteilos. Er kandidiert auf Platz 1 der Landesliste der DKP Berlin zur Bundestagswahl.

 

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"Was die Geschichte lehrt", UZ vom 2. April 2021



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